22.05.2018 - 22:20 Uhr
Deutschland & Welt

EU-Wirtschaftsminister sind für Verhandlungen mit Australien und Neuseeland EU will Freihandelsabkommen

Wirtschaftsminister sind für Verhandlungen mit Australien und Neuseeland

Wirtschaftsminister Peter Altmaier spricht mit Sigrid Kaag, Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit der Niederlande. Bild: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
von Agentur DPAProfil

Brüssel. Die Europäische Union will mit Australien und Neuseeland Freihandelsabkommen abschließen. Die Wirtschaftsminister der EU-Staaten beschlossen am Dienstag, die EU-Kommission mit entsprechenden Verhandlungen zu beauftragen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einem Beitrag für freie und offene Märkte und Welthandel.

Der Auftrag für die Verhandlungen gilt als weiteres Zeichen dafür, dass US-Präsident Donald Trump die USA mit seinem handelspolitischen Kurs isoliert. Australien und Neuseeland hatte bislang vor allem auf die mit den USA und neun anderen Ländern geplante transpazifische Freihandelszone (TPP) gesetzt. Trump ließ das ausgehandelte Projekt platzen. Die EU wollte eigentlich mit den USA die Freihandelszone TTIP gründen, hat seit dem Amtsantritt von Trump aber keine Hoffnungen auf Verhandlungs-Fortschritte. Trump ist Kritiker der Freihandelsabkommen. Seiner Meinung nach benachteiligen sie die US-Wirtschaft. Das Handelsvolumen zwischen der EU und Australien belief sich zuletzt auf mehr als 47,7 Milliarden Euro, das mit Neuseeland auf 8,7 Milliarden Euro. Für Australien war die EU zuletzt der drittwichtigste Wirtschaftspartner, für Neuseeland der zweitwichtigste. Nach Australien werden aus der EU vor allem Industrieerzeugnisse exportiert, in die andere Richtung gehen vor allem mineralische Rohstoffe und Landwirtschaftsprodukte. Neuseeland liefert ebenfalls vor allem landwirtschaftliche Produkte nach Europa.

Im Zoll-Streit mit den USA stehen die Zeichen trotz des europäischen Kompromissangebots auf Eskalation. Die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström zeigte sich am Dienstag in Brüssel pessimistisch, dass es bis zum Auslaufen der amerikanischen Frist am 1. Juni eine Einigung geben kann. Sie werde weiter diskutieren, die EU müsse sich aber auf alle Szenarien vorbereiten. Weiter sagte sie, die Sonderzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumprodukte seien aus Sicht der Europäischen Union nicht mit dem Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO vereinbar.

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) konnte am Ende der Beratungen keinen Optimismus verbreiten. Er rief allerdings dazu auf, bis zur letzten Minute für eine Einigung zu kämpfen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp