04.05.2017 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Fahrverbote wegen Feinstaub BMW wirbt für Diesel

München/Ingolstadt. BMW-Chef Harald Krüger hat vor einer Verteufelung des Dieselmotors gewarnt. Ohne Dieselautos seien die Klimaziele der Europäischen Union (EU) nicht erreichbar, sagte der Manager am Donnerstag in München und forderte: "Eine vernünftige Debatte lässt sich nur auf der Basis von Fakten führen." Feinstaubalarm und Fahrverbote für Diesel würden oft in einem Atemzug genannt, obwohl Feinstaub nur mindestens zehn Jahre alte Diesel ohne Partikelfilter betreffe.

von Agentur DPAProfil

Ein Euro-6-Diesel verbrauche 25 Prozent weniger Kraftstoff als ein Benziner und stoße 15 Prozent weniger CO2 aus, sagte Krüger. Die Diskussion verunsichere die Kunden, auch wenn die Münchener beim Verkauf noch nicht viel davon merkten. Laut Umweltbundesamt übersteigt der Stickoxid-Ausstoß von Euro-5- und auch neueren Euro-6-Dieselautos auf der Straße den EU-Grenzwert.

Ob BMW die Kosten einer Nachrüstung übernehmen würde und wie viele Fahrzeuge betroffen wären, sagte Krüger nicht. Dazu liefen Gespräche. Der Autoverband VDA hält Nachrüstungen für unwirtschaftlich, VW-Chef Mathias Müller will die Frage intensiv prüfen. Krüger kritisierte einen Flickenteppich an Vorschriften: Im ersten Quartal erhöhte BMW seinen Gewinn um 31 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro. Schon im April hatte der Konzern ein zweistelliges Umsatzplus gemeldet.

Auch beim Autozulieferer Bosch stoßen die drohenden Diesel-Fahrverbote auf scharfe Kritik. Solche Maßnahmen wären ein nicht auf Tatsachen gegründeter "Kurzschluss", der schädlich für Arbeitsplätze und den Handel wäre, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner in Renningen. Deutschland könnte seine Klimaschutz-Ziele ohne Dieselautos wohl nicht einhalten - schließlich sei ihr CO2-Ausstoß relativ gering. Rund 50 000 der weltweit 390 000 Arbeitsplätze bei Bosch hängen vom Diesel ab, davon 15 000 in Deutschland.

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