26.03.2018 - 22:34 Uhr
Deutschland & Welt

FDP im Kreuzfeuer der Kritik Forderung nach Freigabe der Ladenöffnungszeiten

München. Die FDP steht mit ihrer Wahlkampf-Forderung nach einer Freigabe der Ladenöffnungszeiten ziemlich allein auf weiter Flur. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die CSU äußerten am Montag Kritik am Vorschlag der Liberalen. Und auch der Handelsverband Bayern zeigte sich skeptisch: "Bei Ladenöffnungszeiten wird immer wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Aber die Frage ist: Was passiert nach den Landtagswahlen?", sagte Sprecher Bernd Ohlmann. Die FDP habe in der Vergangenheit mehrmals Vorstöße zur Liberalisierung gemacht - das Thema sei dann bei der schwarz-gelben Regierung 2008 aber noch nicht mal im Koalitionsvertrag aufgetaucht.

von Agentur DPAProfil

Die FDP hatte am Wochenende mit einer Mehrheit von 139 zu 137 Stimmen einen Antrag der Jungen Liberalen auf dem Landesparteitag angenommen, flexible Ladenöffnungszeiten an sieben Tagen in der Woche zu fordern. Der FDP-Nachwuchs will so ein Zeichen für die Modernisierung Bayerns setzen. Der Punkt gehört nun zum Programm für die Landtagswahl.

Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) wies das zurück: Von einer Freigabe profitierten allenfalls große Handelsketten sowie Discounter, sagte er laut Mitteilung. "Es ist absehbar, dass die Giganten des Handels verlängerte Öffnungszeiten dazu nutzen, um die Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen. Die Leidtragenden sind der kleine Einzelhandel und die Mitarbeiter." Die Menschen bräuchten zum Einkaufen nicht mehr Zeit, sondern mehr Geld.

Verdi-Sprecher Hans Sterr argumentierte ähnlich: "Nur die großen Ketten werden profitieren - und das befeuert den Verdrängungswettbewerb bloß."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp