18.08.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Finanzinvestoren Bain und Cinven übernehmen Grippostad-Hersteller Stada Erfolg im zweiten Anlauf

Bad Vilbel. Die Übernahmeschlacht um den Pharmakonzern Stada ist entschieden. Die Finanzinvestoren Bain und Cinven haben im zweiten Anlauf die nötige Zustimmung der Aktionäre für ihr milliardenschweres verbessertes Angebot erhalten. Bis zum Ablauf der Übernahmefrist in der Nacht auf Donnerstag sei die erforderliche Mindestannahmeschwelle von 63 Prozent der Stimmrechte geknackt worden, teilten die Investoren am Freitag mit. "Wir sind froh, dass die Frage der zukünftigen Eigentümerstruktur nun geklärt ist", erklärte Stada-Chef Engelbert Willink. Alle kartellrechtlichen Freigaben seien erfolgt. Der Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad könne sich nun wieder auf das operative Geschäft konzentrieren. Das Unternehmen und seine Mitarbeiter profitierten von dem Verkauf an das angelsächsische Investoren-Duo, ergänzte Aufsichtsratschef Ferdinand Oetker. "Wir sind davon überzeugt, dass Stada dank dieser Entscheidung langfristig erfolgreich sein wird."

von Agentur DPAProfil

Bain und Cinven waren im Juni zunächst mit der Übernahme gescheitert, da sie die nötige Annahmequote knapp verfehlten. Daraufhin hatten sie ihr Angebot um 25 Cent je Aktie auf 66,25 Euro je Papier erhöht und die Annahmequote gesenkt. Dennoch hatten die Investoren und der Pharmakonzern bis zuletzt um den Verkauf gezittert. So hatten sich viele Privatanleger geweigert, ihre Anteile anzudienen. Gerade Ärzte und Apotheker unter den Stada-Aktionären sehen den Verkauf kritisch. Zudem hatten sich viele Hedgefonds, die zuletzt die Hälfte der Anteile an Stada hielten, zurückgehalten.

Mit dem Angebot von Bain und Cinven in Höhe von 5,3 Milliarden Euro für den im MDax notierten Konzern ist die Übernahme eine der größte Firmenverkäufe eines deutschen Unternehmens an Finanzinvestoren. Stada gilt als letzter unabhängiger Generika-Hersteller in Deutschland. Arbeitnehmervertreter befürchteten trotz Zusagen der Investoren einen Abbau der rund 10 800 Jobs bei Stada.

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