28.09.2017 - 20:38 Uhr
Deutschland & Welt

Folge der Niedrig-Zinsen Generali wickelt Lebensversicherung ab

Die Lebensversicherung galt lange als wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Diese Zeiten sind vorbei.

von Agentur DPAProfil

München. Die Null-Zins-Politik der EZB treibt eine weitere Versicherung zur Abwicklung ihres Lebensversicherungs-Geschäfts: Die italienische Generali-Versicherung will ab nächstem Frühjahr keine neuen Lebensversicherungen mehr verkaufen. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Außerdem schließt die Generali auch einen Verkauf der Sparte nicht aus. In diesem Falle würden die Kunden mit ihren Verträgen zu einem anderen Unternehmen wandern - auch ein neuer Eigentümer müsste aber die Policen auszahlen. Die Maßnahme ist Teil eines Umbauplans für das Deutschland-Geschäft. Wie andere Versicherer leidet die Generali unter der Null-Zins-Politik: Alte Lebensversicherungsverträge sind mit hohen Garantiezinsen dotiert, die sich wegen der heutigen Niedrigzinsen am Kapitalmarkt nur noch mit großer Mühe oder gar nicht mehr erwirtschaften lassen. Erst am Mittwoch hatte der "Versicherungsmonitor" gemeldet, dass die Düsseldorfer Ergo einen Verkauf von sechs Millionen alter Lebensversicherungsverträge prüft. Dem italienischen Konzern Generali gehören auch mehrere deutsche Versicherer, insgesamt ist das Unternehmen nach eigenen Angaben mit 13,5 Millionen Kunden Nummer zwei auf dem deutschen Versicherungsmarkt. Die geplante Abwicklung betrifft die Generali-Lebensversicherung, die Marken Aachen-Münchener und Cosmos Direkt sind nicht inbegriffen. Auf die 2800 Vertreter der Generali in Deutschland kommt ein tiefgreifender Schnitt zu: Sie werden ausgegliedert und von der Deutschen Vermögensberatung DVAG übernommen.

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