02.05.2018 - 22:18 Uhr
Deutschland & Welt

Freiwillige Vorgaben für Firmen zeigen aber kaum Wirkung Die Frauenquote funktioniert - zum Teil

Berlin. Die vor drei Jahren eingeführte Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten funktioniert - aber nur dort, wo es verbindliche Vorgaben gibt. Seit 2015 ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 186 im Dax, MDax, SDax und TecDax sowie der im regulierten Markt notierten, voll mitbestimmten Unternehmen um 6,1 Prozentpunkte auf 28,1 Prozent gestiegen, wie die Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) feststellte.

Weibliche Abgeordnete des Landtags unterhalten sich in einer Gruppe am Rande einer Plenarsitzung. Bild: Bernd Weißbrod/dpa
von Agentur DPAProfil

Bei den aktuell 104 der Quote unterliegenden Unternehmen kletterte der Wert um 9 Prozentpunkte auf 30,9 Prozent im Schnitt. Bei den nicht der Quote unterliegenden 82 weiteren Unternehmen liegt der Anteil unter 20 Prozent. "Hier wird deutlich, dass freiwillige Vorgaben kaum Wirkung zeigen", so FidAR.

Auf der Vorstandsebene der Unternehmen stagniert die Entwicklung. Der Frauenanteil liegt dort nur bei 7,3 Prozent, eine Steigerung um 2,3 Prozentpunkte in drei Jahren. Auch die 104 Quoten-Unternehmen erzielen mit 8,2 Prozent einen nur unwesentlich besseren Wert. Dies zeigt der aktuelle Women-on-Board-Index von FidAR. Dieser Index misst seit 2010 den Fortschritt beim Frauenanteil in den Spitzenpositionen der Wirtschaft. Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) sagte dazu: "Ein Plus von 9 Prozentpunkten, und das in drei Jahren, zeigt: Die feste Quote wirkt. Doch zeigt sich leider auch, dass Gleichstellung von alleine nicht funktioniert." In den Vorständen vieler Unternehmen seien Frauen Fehlanzeige. "Solche Männerclubs sind nicht mehr zeitgemäß." Wo die Regeln des Gesetzes nicht eingehalten werden, werde es künftig Ordnungsgelder geben.

Das seit Mai 2015 geltende Gesetz schreibt neben der Quote von 30 Prozent im Aufsichtsrat für die rund 100 größten börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen für rund 4000 weitere Firmen vor, sich selbst Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und anderen Führungsgremien zu geben. Oft wird dort die "Zielgröße Null" festgelegt.

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