Gewerkschaft holt Fluglinie vom Himmel - Streiks stoppen Flugbetrieb
Lufthansa am Boden

Mit einem heftigen Warnstreik hat das Bodenpersonal der Lufthansa den Flugverkehr der Airline fast in ganz Deutschland lahmgelegt. An den Aktionen an sämtlichen größeren Flughäfen beteiligten sich am Montag rund 12 000 Mitarbeiter, wie die Gewerkschaft Verdi in Berlin mitteilte. Lufthansa hatte fast alle Flüge gestrichen.

Von insgesamt 1720 geplanten Verbindungen sollten nur 32 starten. Die meisten Passagiere hatten offenbar von den Flugstreichungen gehört, so dass es an den Flughäfen ruhig blieb. Heute will die Lufthansa zum Normalbetrieb zurückkehren, allerdings wurden wegen gestörter Umläufe auch für heute einige Flüge abgesagt.

Lufthansa hatte die Arbeitskampfmaßnahme als völlig überzogen und unverhältnismäßig kritisiert. Rund 150 000 Fluggäste seien von dem Streik betroffen gewesen, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Montag mit. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle bezeichnete Warnstreiks in einem solchen Ausmaß als verantwortungslos. Fluggäste dürften nicht in Geiselhaft genommen werden für eine Tarifauseinandersetzung. Mit der zweiten Welle und zusammen rund 2400 abgesagten Flügen hat der Verdi-Warnstreik das Ausmaß der regulären Streiks des Kabinenpersonals vom Herbst überschritten.

Für Inlandsverbindungen hatte die Fluggesellschaft ihre Kunden auf die Fernzüge der Deutschen Bahn verwiesen, auf die Flugtickets umgebucht werden konnten. "Die Lage ist entspannt. Wir haben ein leicht erhöhtes Fahrgastaufkommen", sagte ein Sprecher der Bahn. Die Züge seien am Morgen vor allem zwischen Nürnberg und Frankfurt in beiden Richtungen voll gewesen, sagte ein Bahnsprecher in München. Um für Entlastung zu sorgen, seien einige ICEs verstärkt worden, auch habe man einen zusätzlichen Zug eingesetzt. Der Warnstreik sei das richtige Signal an Lufthansa, sagte Christine Behle, Verdi-Verhandlungsführerin. Ob es noch weitere Aktionen vor der nächsten Verhandlungsrunde am 29. April geben wird, wollte Verdi zunächst nicht sagen. Verdi fordert 5,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten und Jobgarantien für rund 33 000 Mitarbeiter.
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