12.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Gewinn von Bilfinger im ersten Halbjahr deutlich eingebrochen - Weiterer Stellenabbau geplant Wie erwartet: schwache Bilanz

Herbert Bodner. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Der neue Bilfinger-Chef Herbert Bodner muss sich nach dem Weggang Roland Kochs vor allem um die Problemsparten rund um Kraftwerke und Industrieanlagen kümmern. In Europa schwächeln derzeit beide Segmente gleichzeitig. Öl- und Gaskonzerne steckten weniger Geld in Investitionen und Wartung, sagte Finanzchef Joachim Müller am Montag bei der Präsentation der Halbjahreszahlen.

Zudem schlage die Energiewende in Deutschland im Kraftwerksgeschäft durch. Neue Kraftwerke werden kaum noch gebaut. In den ersten sechs Monaten halbierte sich der operative Gewinn der Mannheimer nahezu. Die Leistung blieb trotz der Schwächen von Januar bis Juni mit 3,63 Milliarden Euro aber praktisch stabil.

Beim operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) im fortgeführten Geschäft war der Rückgang mit 47 Prozent auf 80 Millionen Euro hingegen deutlich. Der Gewinn sank um 19 Prozent auf 55 Millionen Euro.

Spezialrohrbau betroffen

Der Konzern versucht nun mit einem Sparkurs samt Stellenabbau gegenzusteuern. So fallen bis zum Jahresende im Spezialrohrbau rund 300 Stellen weg. Das bereits laufende große Sparpaket wird beschleunigt. Dadurch sollen wie bereits bekannt weltweit zusätzlich rund 1250 Stellen in der Verwaltung wegfallen.

Koch hatte vergangene Woche seinen Rücktritt als Vorstandschef bei Bilfinger angekündigt. Als Grund nannte der frühere hessische Ministerpräsident die zwei zuvor gekappten Gewinnprognosen und Differenzen mit dem Aufsichtsrat. Bodner, Kochs Vorgänger an der Spitze des Konzerns, soll das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser führen. Er übernimmt den Chefposten übergangsweise bis zum 31. Mai 2015.

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