06.03.2018 - 21:48 Uhr
Deutschland & Welt

Gewinnrückgang: Digitale Konkurrenz für Klötzchen Lego muss ranklotzen

Billund. Beim Spielzeugriesen Lego werden gute Nachrichten schon mal mit Freudentänzchen und Gesangseinlage gefeiert. So wie 2015, als Unternehmenschef Jørgen Vig Knudstorp vor Journalisten das Lego-Lied "Everything is Awesome" (Hier ist alles super) schmetterte. Da war auch noch alles super im dänischen Billund. Drei Jahre später ist von der Ausgelassenheit wenig geblieben.

von Agentur DPAProfil

"2017 war in vielerlei Hinsicht ein herausforderndes Jahr und wir sind nicht zufrieden mit unserem Finanzergebnis", betonte der aktuelle Lego-Chef Niels Christiansen. Der Manager hat erst im Herbst das Zepter übernommen - und muss bei seiner ersten Bilanz gleich schlechte Nachrichten verkünden. Nach zwölf Jahren mit teils kräftigem Wachstum ging der Umsatz 2017 um acht Prozent zurück. Der Nettogewinn schrumpfte sogar um 17 Prozent auf 7,8 Milliarden dänische Kronen (rund 1,05 Milliarden Euro). "Wir glauben wirklich an die Kraft des Klötzchens", macht Christiansen fast trotzig klar. Kinder und Eltern hätten 2017 international genauso viele Legosteine gekauft wie 2016. Der Umsatz sei zurückgegangen, weil die Spielwaren-Läden erstmal ihre übervollen Lager leerverkauft hätten, bevor sie neu orderten. Das starke Wachstum seit Mitte der 2000er Jahre bezeichnete Finanzchefin Marjorie Lao als unnatürlich. Von 2004 bis 2016 hatte Lego seinen Umsatz nach einer Krise mehr als versechsfacht. Jetzt normalisiere sich die Lage. Ein Dämpfer hatte sich bereits im Sommer angekündigt: Lego hatte kräftig in Produktion und Verwaltung investiert - dann aber viel weniger verkauft als erwartet. Die Dänen strichen deshalb 1400 Jobs - acht Prozent der gesamten Belegschaft.

Dem Klötzchen-Riesen setzt unter anderem die digitale Konkurrenz im Kinderzimmer durch Computer und Internet zu. Vor allem auf dem Heimatmarkt Europa und in den USA läuft es nicht. Gute Wachstumschancen sieht das Unternehmen dagegen in China, wo die Verkaufszahlen zuletzt kräftig stiegen. 2018 werde man sich auch verstärkt auf den Mittleren Osten und Nordafrika konzentrieren, kündigte Christiansen an.

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