25.03.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Gründer des Wirtschaftsforum in Davos wird 80 Klaus Schwab - der Weltverbesserer

Genf. "Die Welt verbessern", das ist das Ziel von Klaus Schwab. 1971 gründete er das Weltwirtschaftsforum (WEF), das wenig später mit seinem Flaggschiff, der Konferenz für Wirtschafts- und Politeliten in Davos, international Furore machte. Schwabs Anspruch blieb. "Die Welt verbessern" ist das offizielle Motto seiner Stiftung, die heute in aller Welt Konferenzen hält, Lenker und Denker vernetzt und Plattform für Ideen zur Lösung der Menschheitsprobleme sein will. Am Freitag feiert Schwab seinen 80. Geburtstag.

Klaus Schwab. Archivbild: Markus Schreiber/dpa
von Agentur DPAProfil

Schwab kommt ohne das Image eines souveränen Kommunikators aus, und sein auch nach Jahrzehnten auf internationaler Bühne im Englischen noch deutlicher deutscher Akzent tut seinem Einfluss keinen Abbruch. Mit Respekt und überaus freundlich, von manchem als unterwürfig empfunden, schafft er es jedes Jahr, Davos zur Weltbühne der Politik zu machen. Präsidenten und Konzernchefs machen ihm in dem Schweizer Alpendorf bei der WEF-Jahrestagung die Aufwartung. Hervorgegangen aus einem Symposium für europäische Unternehmer, das der Sohn eines Schweizer Fabrikdirektors 1971 noch auf eigenes finanzielles Risiko ins Leben rief, bietet das WEF einen Rahmen für informelle Gespräche ohne den Zwang, Beschlüsse oder eine gemeinsame Erklärung vorweisen zu müssen.

Mandela als Freund

Auch so manch "bedeutender Handschlag" wurde von der Weltpresse in Davos fotografiert: 1992 etwa zwischen dem Freiheitskämpfer Nelson Mandela und dem damaligen südafrikanischen Präsidenten Frederik Willem de Klerk. Mandela und Israels früherer Präsident Schimon Peres seien seine Freunde geworden. "Ihre Lebensgeschichte und persönliche Integrität sind mir Inspiration und Vorbild", sagt der Mann mit der hohen Stirn. Beeindruckt ist er auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Sie übernimmt international Verantwortung in einer fragmentierten Welt", sagt Schwab mit Bezug auf das diesjährige Tagungsmotto "Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrütteten Welt".

Seinen runden Geburtstag will Schwab in den Bergen feiern, mit Frau und Familie. "Meine volle Aufmerksamkeit gilt einem anderen Jubiläum", betont er aber - 2020 feiert das Treffen in Davos seinen 50. Geburtstag. "Das ist ein Meilenstein für die Organisation." Kritik am elitären Zirkel von Davos weist Schwab zurück: "Kein globales Gipfeltreffen ist vergleichbar transparent, bietet so viele Möglichkeiten, sich zu beteiligen, und bindet zum Beispiel über unsere Global Shapers und Young Global Leader junge Leute so stark ein." Mit den beiden Stiftungen, die er gemeinsam mit seiner Frau Hilde ins Leben gerufen hat, sollen die Anführer aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft von morgen begleitet und gefördert werden.

Mehr als 700 Mitarbeiter

Schwab wuchs in Ravensburg auf, sein Vater war Schweizer. Er studierte in Zürich, Fribourg und Harvard erst technische Wissenschaften, dann Betriebswirtschaft. In Genf wurde er Professor für Unternehmenspolitik. Das WEF ist mit den Themen, die die Welt bewegen, rasant gewachsen. Mehr als 700 Mitarbeiter arbeiten am Hauptsitz in Genf, aber auch in New York, Peking, Tokio und San Francisco. Die operative Leitung hat Schwab zwar im Herbst 2017 an den norwegischen Ex-Außenminister Børge Brende abgegeben. Doch die prominentesten Gäste moderiert er immer noch persönlich an.

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