08.09.2017 - 20:52 Uhr
Deutschland & Welt

Hacker-Angriff gefährdet Millionen Amerikaner Datenklau bei Finanzdienstleister

Atlanta. Unbekannte Hacker haben wertvolle Daten von bis zu 143 Millionen US-Verbrauchern erbeutet. Der Datenklau gefährdet die betroffenen Bürger besonders, weil die Einbrecher auch an die Sozialversicherungsnummern der Opfer gelangten.

Hacker haben die Daten von bis zu 143 Millionen US-Amerikanern erbeutet. Bis zu 40 Prozent der US-Bevölkerung ist nun von Cyber-Kriminalität wie etwa Kreditbetrug bedroht. Bild: Silas Stein/dpa
von Agentur DPAProfil

Diese Nummern werden in den USA oft zur Identifizierung im Alltag zum Beispiel bei Mobilfunk-Verträgen oder Kreditanfragen genutzt. Die Wirtschaftsauskunftei Equifax räumte am späten Donnerstag ein, die Angreifer hätten sich in ihrem System auch Zugang zu Namen, Geburtsdaten und Adressen verschafft. Die Kombination dieser Informationen kann Betrügern Tür und Tor öffnen, indem sie zum Beispiel Kredite in fremdem Namen aufnehmen. Die Attacke sei von Mitte Mai bis Juli erfolgt, teilte der Finanzdienstleister mit. In mehr als 200 000 Fällen seien Kreditkarten-Nummern betroffen und zum Teil auch die Führerschein-Daten - die in Amerika ebenfalls oft zur Identifikation dienen. Diese Dokumente können relativ schnell ausgetauscht werden - die Sozialversicherungsnummer begleitet einen Amerikaner aber üblicherweise durch sein gesamtes Leben. Mit 143 Millionen Menschen wären mehr als 40 Prozent der US-Bevölkerung von dem Datendiebstahl betroffen.

Der Vorfall sei am 29. Juli festgestellt und die Sicherheitslücke geschlossen worden, erklärte die Firma. Auffällig ist, dass Equifax im Gegensatz keine Angaben dazu machte, ob die Daten durch Verschlüsselung geschützt waren. Unklar blieb auch, wie die Angreifer ins System gelangten und ob sie an die Gesamtheit der verknüpften Informationen herankommen konnten. Für Equifax ist der Vorfall besonders unangenehm, weil das Unternehmen selbst Produkte gegen Daten- und Identitätsdiebstahl durch Hacker anbietet. Es ist nicht das erste Mal, dass die Firma im Zusammenhang mit Cyber-Attacken auffällt. Schon 2013 sollen bei Equifax laut US-Medien Finanzdaten und persönliche Informationen von Prominenten entwendet worden sein. Zu den Betroffenen zählten damals unter anderen Beyoncé, Ashton Kutcher und Mel Gibson, aber auch die damalige First Lady Michelle Obama sowie Ex-Vize-Präsident Joe Biden.

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