07.11.2017 - 20:40 Uhr
Deutschland & Welt

IG Metall fürchtet: Elektrokonzern will Unfrieden zwischen Standorten stiften: Siemens erwägt Verlagerung

München. Der Elektrokonzern Siemens erwägt beim Stellenabbau in der Kraftwerkssparte auch die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Ostdeutschland. Es werde darauf ankommen, Solidarität zwischen Beschäftigten und Anteilseignern zu schaffen, hieß es aus Konzernkreisen. Hintergrund sind die befürchteten Einschnitte in der Kraftwerkssparte Power & Gas. Bei den Aktionären wolle man werben, bei der Profitabilität etwas nachzugeben. Vielleicht müsse man einen Prozentpunkt an der Marge opfern "und dafür den Leuten eine Perspektive geben".

Der Konzern Siemens will die Stellenabbau-Pläne Mitte November vorlegen. Bild: Wolfgang Kumm/dpa
von Agentur DPAProfil

In der Kraftwerkssparte sowie im Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe will Siemens Jobs streichen, über bis zu 4000 Arbeitsplätze wird spekuliert. Auch Standortschließungen sind im Gespräch, so etwa im sächsischen Görlitz. Siemens-Personalchefin Janina Kugel hatte angekündigt, dass die Details Mitte November im Wirtschaftsausschuss besprochen werden sollen. Auch Entlassungen schließt Siemens nicht aus. Den Vorwurf des Wortbruchs, den die IG Metall erhebt, will der Konzern nicht gelten lassen. Die Gewerkschaft sieht in den Plänen einen Angriff auf die bei Siemens geltenden Vereinbarungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung. Das Unternehmen verweist auf eine Klausel, wonach sich Firmenseite und Arbeitnehmer zusammensetzen und nach Lösungen suchen können, falls alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Bei der Möglichkeit, bestimmte Aufgaben in strukturschwächere Regionen zu verlagern, gehe es nicht darum, Standorte gegeneinander auszuspielen, hieß es aus Konzernkreisen.

Die IG Metall zweifelt das an. Die Gewerkschaft hatte Widerstand gegen die Pläne angekündigt. "Wenn das Unternehmen glaubt, dass wir uns jetzt an den Verhandlungstisch setzen und das Ganze glatt ziehen, täuschen sie sich", sagte ein IG-Metall-Sprecher. Parallel zur Pressekonferenz am Donnerstag will die Gewerkschaft vor der Konzernzentrale gegen die Pläne protestieren.

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