16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Immobilieninvestor René Benko: in Politik und Wirtschaft bestens vernetzt

von Redaktion OnetzProfil

Medienberichten zufolge ist René Benko einer der 100 reichsten Österreicher. Seine Signa-Gruppe gründete er 1999/2000 mit Anfang 20. Sie ist laut eigener Beschreibung auf Luxusimmobilien in internationalen Toplagen spezialisiert. Das Immobilienvermögen beträgt nach Firmenangaben mehr als 6,5 Milliarden Euro. Das österreichische Wirtschaftsmagazin "Trend" bezifferte Benkos persönliches Vermögen auf rund 850 Millionen Euro.

Geboren wurde er am 20. Mai 1977 als Sohn eines Beamten in Innsbruck. Mit 17 Jahren verließ er ohne Abitur das Wirtschaftsgymnasium. Anschließend baute er zunächst Dachgeschosse aus, bevor er sich auf Immobilienkäufe konzentrierte. Mit der Signa-Holding, die mittlerweile mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigt, sammelt Benko bei reichen Investoren Geld ein und steckt es in teure Immobilien. In Wien baute Benko beispielsweise vor kurzem einige Straßen in der Innenstadt zu einer Nobel-Shoppingmeile samt Luxusappartements um. Der Name des Projekts: "Goldenes Quartier". Sein Privatleben schirmt der Vater dreier Kinder ab. Mit seiner zweiten Frau wohnt er in bester Lage in Innsbruck und Wien, er besitzt außerdem eine Villa am Gardasee.

In Politik und Wirtschaft gilt der Unternehmer als bestens vernetzt. Im Beirat seiner Signa-Gruppe sitzen unter anderem der ehemalige österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Unternehmensberater Roland Berger und der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. In Deutschland ist Benko spätestens seit der Übernahme von Filetstücken des einstigen Karstadt-Imperiums ein Begriff. Im September 2013 übernahm Signa vom damaligen Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen die Mehrheit an den Karstadt-Edelkaufhäusern wie Oberpollinger (München), KaDeWe (Berlin) sowie den Karstadt-Sporthäusern.

Eine Verurteilung im November 2012 zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung bremste Benkos Höhenflug erstmals. Das Landgericht in Wien sah es als erwiesen an, dass er gemeinsam mit seinem Steuerberater eine "verbotene Intervention" in einer Steuerangelegenheit in Italien versucht hatte. Die vorsitzende Richterin bezeichnete diese als "Musterfall für Korruption". Am Montag bestätigte auch der Oberste Gerichtshof in Wien das Urteil. (dpa)

Themenseiten:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.