Inflation in Venezuela
Gelddruck und Verschwörungstheorien

Die Bankangestellten in Venezuela, hier in einer Filiale in Caracas, sind seit Tagen mit Zählen beschäftigt. Weil der 100-Bolívar-Scheine aus dem Verkehr gezogen werden, bringen die Kunden sie stapelweise. Bild: dpa

Caracas. Wegen der galoppierenden Inflation in Venezuela führt das südamerikanische Land größere Geldscheine ein. Am Donnerstag wurden zunächst 500-Bolívar-Scheine in Umlauf gebracht, Scheine im Wert von 1000, 2000, 5000, 10 000 und 20 000 Bolívar sollen laut Zentralbank in den kommenden Tagen oder Wochen ausgegeben werden. Bisher war die 100-Bolívar-Note der größte Geldschein.

Den 100-Bolívar-Schein ziehen die Behörden seit Dienstag aus dem Verkehr. Die Venezolaner können ihr Geld umtauschen oder es auf ihren Konten gutschreiben lassen. Vor Bankfilialen im ganzen Land bildeten sich in den vergangenen Tagen lange Schlangen. Die 100-Bolívar-Scheine machen fast die Hälfte des im Umlauf befindlichen Bargeldes aus. Nach Darstellung der Regierung wurde die Banknote gezielt aus dem Ausland aufgekauft, um dem Land Liquidität zu entziehen und der Wirtschaft zu schaden. Das Geld sei vor allem in Kolumbien, aber auch in Deutschland, Tschechien und der Ukraine gehortet worden, sagte Präsident Nicolás Maduro. Hinter dem Komplott stecke das US-Finanzministerium.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.