30.08.2017 - 21:42 Uhr
Deutschland & Welt

Insolvente Air Berlin: Germania legt Eilantrag gegen Staatskredit ein Ryanair will nicht ringen

Berlin. Die Billigfluglinie Ryanair will nicht beim Ringen um die Zukunft der insolventen Air Berlin mitmischen. "Wir werden uns in den Prozess nicht einbringen. Es ist ein abgekartetes Spiel", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Mittwoch in Berlin. "Der Deal ist doch längst gemacht", behauptete er.

Er nicht: Ryanair-Chef Michael O'Leary will nicht für Air Berlin bieten. Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
von Agentur DPAProfil

Auch die Fluggesellschaft Germania hatte einen Eilantrag gegen den 150-Millionen-Staatskredit für Air Berlin eingelegt. Laut des Bundeswirtschaftsministeriums wird dies die Auszahlung nicht verzögern. Nach der Insolvenz von Air Berlin spricht Unternehmenschef Thomas Winkelmann mit der Lufthansa und anderen Interessenten über die Übernahme von Teilen der Airline. Air Berlin sprach am Mittwoch auch mit dem Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der die Fluggesellschaft komplett übernehmen möchte. Wöhrl hat aber noch kein konkretes Kaufangebot vorlegt. Die Bieterfrist endet am 15. September, dann soll der Prozess enden. Als Interessent gilt auch die britische Easyjet.

Ryanair habe keinen Kontakt zu Winkelmann gehabt, sagte O'Leary. Unter fairen und offenen Bedingungen wäre er interessiert gewesen. Doch die gebe es derzeit nicht. Die irische Fluglinie wirft Air Berlin und Lufthansa sowie der Bundesregierung einen Komplott vor. Die Insolvenz sei erzeugt worden, damit Lufthansa Air Berlin schuldenfrei übernehmen könne. Denn Airlines hätten gerade im August das meiste Geld.

Die Staatshilfe für Air Berlin sei indirekt illegale Hilfe für die Lufthansa, deren Marktanteil bei einer Übernahme auf Inlandsstrecken auf 95 Prozent steigen würde, kritisierte O'Leary. Die Bundesregierung vermutet weiter, dass die EU-Kommission den Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro genehmigen werde. Ausgezahlt sei das Geld noch nicht. Die nötigen Schritte würden planmäßig umgesetzt, so eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

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