30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Investorengruppe übernimmt Förder-Konzern Dea für 5,1 Milliarden Euro Berlin erlaubt Verkauf von RWE-Tochter an Russen

Eine Investorengruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman kann den deutschen Konzern Dea übernehmen. Die Bundesregierung hat den umstrittenen Verkauf der Öl- und Gas-Fördertochter des Energiekonzerns RWE gebilligt. Das bestätigte ein Sprecher der Investorengruppe Letter One am Freitag.

von Agentur DPAProfil

Die 5,1 Milliarden Euro schwere Transaktion gilt angesichts der Ukraine-Krise und der Rolle Moskaus in dem Konflikt als heikel. Die Bundesregierung hat bei Außenhandelsgeschäften, die als politisch sensibel gelten, ein Mitspracherecht. Der Erwerb von RWE Dea durch Letter One sei intensiv geprüft worden, und es seien keine Einwände erhoben worden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission hatten dem Verkauf bereits zugestimmt.

Sitz in Luxemburg

Ausschlaggebend sei gewesen, dass es sich bei Letter One um einen in der EU ansässigen Investor handele und auch keine Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Umgehung erkennbar gewesen seien. Letter One hat seinen offiziellen Sitz in Luxemburg. "Im Übrigen erwartet die Bundesregierung durch das Erwerbsvorhaben keine Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit", teilte das Ministerium weiter mit.

Letter One verwaltet nach eigenen Angaben Vermögen und Beteiligungen, darunter Telekom-Unternehmen, im Wert von insgesamt 29 Milliarden Dollar (21,9 Milliarden Euro). Fridman, der als einer der reichsten Russen gilt, ist auch der Vorsitzende des Verwaltungsrats. Das Geld für Investitionen stammt unter anderem aus dem Verkauf seiner Anteile am Ölunternehmen TNK-BP an den staatlichen russischen Konzern Rosneft für 55 Milliarden Dollar im Jahr 2012.

Geld für Schuldentilgung

RWE zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: "Mit dieser Entscheidung haben wir eine Hürde im Verkaufsprozess genommen. Wir werden den Prozess jetzt planmäßig weiterverfolgen", erklärte eine RWE-Sprecherin. Der Essener Konzern leidet unter den dramatisch gesunkenen Börsenstrompreisen sowie einer hohen Schuldenlast von gut 30 Milliarden Euro. Er braucht das Geld dringend für die Tilgung von Schulden.

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