13.08.2017 - 16:24 Uhr
Deutschland & Welt

Kandidat für Direktoren-Posten beim Ölkonzern Rosneft In Moskau weiterer Job für Schröder?

Moskau. Ein möglicher Posten für Ex-Kanzler Gerhard Schröder im Vorstand des größten russischen Ölkonzern Rosneft hat für Kritik gesorgt. Der Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer (Grüne) bezeichnete das Verhalten des SPD-Politikers als schamlos. "Er erniedrigt sich endgültig zu einem bezahlten Diener der Politik Putins", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag. Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrej Melnyk, bezeichnete es als moralisch verwerflich, "dass ein ehemaliger Bundeskanzler und führendes SPD-Mitglied vom Kremlchef instrumentalisiert wird". Deutschland vermittelt im Konflikt im Osten der Ukraine.

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) pflegt seit Jahren eine freundschaftliche Beziehung mit Kremlchef Wladimir Putin. Archivbild Swen Pförtner/dpa
von Agentur DPAProfil

Schröder könnte Ende September in der Position eines unabhängigen Direktors in den Vorstand des teilstaatlichen Unternehmens gewählt werden. Es gebe sieben Kandidaten, darunter auch der 73-Jährige, hieß es in einem Dekret des russischen Regierungschefs Dmitri Medwedew. Das Dokument wurde auf der Homepage der Regierung veröffentlicht. Zudem soll der Vorstand demnach von neun auf elf Mitglieder vergrößert werden. Schröder ist seit 2005 Vorsitzender des Aktionärsausschusses beim Betreiber der Ostsee-Gas-Pipeline Nord Stream, die durch die Ostsee nach Deutschland führt.

Rosneft steht nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel der Krim 2014 auf der Sanktionsliste der EU. Im Mai hatte Rosneft-Chef Setschin bekannt gegeben, in den kommenden fünf Jahren rund 600 Millionen Euro in Deutschland zu investieren. Es gehe dabei um die Modernisierung von Raffinerien.

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