18.04.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Karliczek: Nur 13 Prozent brechen ihre Lehre ab 24 000 Bewerber ohne Lehrstelle

Berlin. Trotz leichten Anstiegs bei den Ausbildungsverträgen in Deutschland sind 2017 rund 24 000 Bewerber unversorgt geblieben. Die Zahl der Verträge stieg laut dem am Mittwoch im Kabinett beschlossenen Berufsbildungsbericht um 3000 auf 523 300. Die Zahl der Betriebe mit Azubis blieb auf ähnlichem Niveau, weniger als jeder fünfte Betrieb bildet aus. Die Zahl der unbesetzt gebliebenen betrieblichen Ausbildungsstellen stieg auf knapp 49 000. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) kündigte an, die berufliche Ausbildung angesichts des Strukturwandels auf dem Arbeitsmarkt stärken zu wollen. "Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind so gut wie lange nicht", sagte sie. Auf 100 Bewerber kämen 105 Ausbildungsplätze. Entgegen des demografischen Trends gebe es auch mehr Ausbildungsverträge. Karliczek kündigte an, kleine Betriebe, in denen die Ausbildungsquote zurückgegangen ist, dabei zu unterstützen, eine Ausbilder-Eignung zu machen und Lehrstellen anzubieten. Die Abbrecherquote bei den Azubis bezeichnete sie als zu hoch. Karliczek wies allerdings zurück, dass jeder vierte Lehrling seine Ausbildung abbreche, wie es anhand eines bekannt gewordenen Entwurfs des Berufsbildungsberichts geheißen hatte. Denn in rund der Hälfte dieser Fälle wechselten die Azubis auf einen anderen Ausbildungsplatz. Den Anteil der "echten Abbrüche" bezifferte Karliczek auf 12 bis 13 Prozent. "Die deutsche Berufsausbildung ist weltweit spitze", sagte sie im Bundestag. Die Chancen auf einen Platz seien so gut wie seit 20 Jahren nicht mehr.

von Agentur DPAProfil
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