28.07.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

Kartellvorwürfe gegen Autozulieferer Bosch Ermittlungen gegen Bosch

Haben sich deutsche Autobauer in unzulässiger Weise abgesprochen? Trifft das zu, dürften auch die Zulieferer zu den Geschädigten gehören. Nun soll aber zumindest einer sogar mit am Tisch gesessen haben.

Auch der Autozulieferer Bosch soll sich Medienberichten zufolge an mutmaßlich illegalen Absprachen beteiligt haben. Archivbild: Inga Kjer/dpa
von Agentur DPAProfil

Stuttgart. Auch der Zulieferer Bosch soll sich Medienberichten zufolge an mutmaßlich illegalen Absprachen deutscher Autokonzerne beteiligt haben. Laut "Spiegel" taucht der Name des Konzerns in einem Schriftsatz an das Bundeskartellamt auf, in dem Volkswagen Fälle von möglichen Wettbewerbsverstößen dokumentiert. Er soll den Autobauern geholfen haben, eine "Dosierstrategie" für die Abgasreinigung bei Diesel-Fahrzeugen zu entwickeln.

Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf interne Unterlagen berichtet, sollen die Autobauer in einer gemeinsamen Sitzung von Schwierigkeiten mit Ablagerungen der Harnstofflösung AdBlue und möglichen Lösungen berichtet haben. Sie seien zwar effektiv gewesen, aber mit hohem Aufwand verbunden. Bosch habe dann eine "kleinere Maßnahme zum Anlauf" vorgeschlagen, von der aber unklar sei, ob sie womöglich die Reinigungswirkung verringere.

Bosch betonte, dass dazu keine Anfragen von deutschen oder europäischen Wettbewerbsbehörden vorlägen. "Da uns keine Details zu den untersuchten Sachverhalten bekannt sind, können wir uns auch nicht dazu äußern", hieß es.

Die EU-Kommission prüft derzeit Informationen, wonach sich VW, BMW, Daimler, Audi und Porsche unter anderem in technischen Fragen und teilweise beim Einkauf abgesprochen haben sollen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug bei einer möglichen Manipulation der Abgasnachbehandlung an VW-Fahrzeugen gegen Bosch-Beschäftigte.

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