Koalitionsstreit um Abgas-Hardware
Differenzen um den Diesel



Ich kann die Empörung vieler Menschen verstehen.VW-Aufseher Bernd Althusmann (CDU)

Berlin. In der Großen Koalition und im VW-Aufsichtsrat wird die Debatte über mehr Hilfen für Dieselfahrer neu angeheizt. Aus der SPD kommen Forderungen, die Politik müsse mit den Autobauern über die Kostenübernahme von Hardware-Nachrüstungen alter Fahrzeuge hart verhandeln. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) spricht sich für ein größeres Entgegenkommen gegenüber Kunden aus.

Die Verkehrsexpertin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, umfangreiche Umbauten an Motor oder Abgasanlage von Autos mit hohem Schadstoffausstoß seien nach wie vor ein Thema. "Ich bin verwundert, dass Bundeskanzlerin Merkel und Bundesverkehrsminister Scheuer offenbar die Automobilherstellenden nun ohne Not aus der Verantwortung entlassen." Die Sozialdemokraten sähen auch nach der Kabinettsklausur in Meseberg weiter die Konzerne in der Pflicht, Hardware-Nachrüstungen bei Dieselwagen vorzunehmen.

Althusmann, der Kontrolleur bei VW ist, äußerte Verständnis für den Wunsch vieler Verbraucher nach Unterstützung. Die Hersteller müssten noch mehr auf die Dieselfahrer zugehen, sagte der Unionspolitiker im Deutschlandfunk. Kunden dürften nicht Fehler der Konzerne bezahlen. "Das geht natürlich nicht", sagte Althusmann. Er räumte ein, die Probleme der Dieselfahrer müssten ernster genommen werden: "Ich kann die Empörung vieler Menschen verstehen." In der Frage möglicher Hardware-Umbauten gelte es, weitere, genauere Prüfungen zu unternehmen. "Was kosten die tatsächlich? Es hängt auch mit Genehmigungsprozessen, Auswirkungen auf den Motor, Garantien zusammen."
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