Konzern schließt mit Gewerkschaften Neutralitätsabkommen
Spielregeln für US-Werke von Siemens

München. Die IG Metall setzt nach einem Abkommen für Siemens in den USA auf ein konstruktives Miteinander zwischen Gewerkschaften und Management in den US-Werken des Konzerns. Es sei ein sogenanntes Neutralitätsabkommen für alle Siemens-Standorte in den USA geschlossen worden, sagte IG-Metall-Vorstand und Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner in München. Darin bekenne sich Siemens unter anderem zum Recht der Beschäftigten auf die Gründung von Betriebsräten. Zudem sei ein Komitee ernannt worden, in dem die fünf wichtigsten Gewerkschaften vertreten sind, und das als dauerhafter Verhandlungs- und Dialogpartner vom Siemens-Management in den USA anerkannt sei. Als Erfolg wertete die Gewerkschaft, dass das Abkommen noch vor dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident unter Dach und Fach gebracht wurde. Nach Einschätzung der IG Metall könnten während Trumps Präsidentschaft anti-gewerkschaftliche Kräfte in den USA Auftrieb erhalten.

Ein Siemens-Sprecher erklärte: "Vereinbarungen wie diese ermöglichen es, uns global auf gemeinsame Unternehmensrichtlinien zu verständigen und diese zugleich mit lokalen Gesetzen in Einklang zu bringen." Siemens hat in den USA an mehr als 500 Standorten rund 50 000 Beschäftigte, rund 3500 davon sind Gewerkschaftsmitglieder. Eine unternehmensweite Mitbestimmung nach deutschem Vorbild ist dort per Gesetzgebung nicht vorgesehen. Auf Wunsch der Belegschaften können aber lokale Arbeitnehmer-Interessenvertretungen gebildet werden, die etwa über Arbeitsbedingungen in Werken verhandeln können.
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