04.05.2018 - 21:48 Uhr
Deutschland & Welt

Konzern verzichtet auf Einzelversicherung von Kohlekraftwerken und Kohleabbau Allianz verzichtet auf Kohle

Eine Versicherung betreibt zwar keine Kohlekraftwerke - doch ohne Versicherung läuft kein Kraftwerk. Die Allianz will sich vom Kohlegeschäft verabschieden.

Ein Arbeiter steht in einem Tagebau im Rheinischen Braunkohlerevier vor einem Schaufelradbagger, der Braunkohle abträgt. Der größte europäische Versicherungskonzern Allianz steigt aus der Kohle aus. Bild: Oliver Berg/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Der größte europäische Versicherungskonzern Allianz steigt aus der Kohle aus. Ab sofort verzichtet der Münchener Dax-Konzern auf die Einzelversicherung von Kohlekraftwerken und Kohleabbau. Das sagte Vorstandschef Oliver Bäte der Deutschen Presse-Agentur in München. Und bei ihren Kapitalanlagen will die Allianz ebenfalls ab sofort nicht mehr in Unternehmen investieren, die durch umfangreichen Zubau von Kohlekraftwerken das Ziel des Pariser Klimaabkommens gefährden, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Bereits seit 2015 legt die Allianz kein Geld mehr in Unternehmen an, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit dem Abbau von Kohle oder der Produktion von Kohlestrom verdienen. Nun verschärft Bäte diese Richtlinie. "Wir haben uns entschieden, den nächsten Schritt zu gehen." Der Sofortausstieg aus der Versicherung einzelner Kohlekraftwerke und des Abbaus wird das Unternehmen nach Bätes Angaben einen größeren zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Abgesehen von den Sofortmaßnahmen will die Allianz bis 2040 schrittweise - in Absprache mit den betroffenen Kunden - ganz aus dem Kohlegeschäft aussteigen: Energieversorger, die neben Kohle auch andere fossile Brennstoffe oder erneuerbare Energien zur Stromproduktion verwenden, sollen zunächst weiter versichert werden. Aber in den kommenden zwei Jahrzehnten will die Allianz auch dies vollständig auslaufen lassen. Bis 2040 solle es "keine Art von Kohlerisiko" mehr geben, sagte Bäte. "Wir wollen verantwortungsvoller Partner sein, der die Neugestaltung der Wirtschaft unterstützt." Auch die Allianz selbst soll bis dahin klimaneutral wirtschaften - etwa was den CO2-Ausstoß bei Dienstreisen der Mitarbeiter oder die Gebäudeheizung betrifft.

Deutschlands größter Kohleverstromer RWE betonte, er sei von den angekündigten Maßnahmen nicht betroffen. "Das hat uns die Allianz bestätigt", teilte ein Sprecher mit. RWE gehöre zu der Gruppe von Energieversorgern, die mit einem breiten Portfolio die Energiewende vorantrieben und von der Allianz daher auch weiterhin versichert würden.

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