07.12.2016 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Lebensversicherung Anbieter senken Verzinsung

Die niedrigen Zinsen lasten weiter auf dem Versicherungsgeschäft. Die Antwort der großen deutsche Lebensversicherer ist schlecht für die Kunden.

Für die Lebensversicherung gibt es künftig weniger Verzinsung. Die Versicherungskonzerne senken ihre Überschussbeteiligung. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Stuttgart. Die großen Versicherer streichen ihre Überschussbeteiligung weiter zusammen. Bei der Allianz Deutschland sinkt die laufende Verzinsung aus Garantiezins und Überschüssen für die klassischen Verträgen im Jahr 2017 auf 2,8 Prozent, wie der größte deutsche Lebensversicherer am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Für 2016 bekommen die Kunden bei den klassischen Verträgen auf den Sparanteil ihrer Beiträge noch 3,1 Prozent gutgeschrieben. Auch andere große Versicherer folgen dem Beispiel.

Die Axa drückt die Verzinsung auf 2,9 Prozent, die Ergo Lebensversicherung senkt auf 2,25 Prozent - von 2,7 Prozent. Ergo hatte im Vorjahr auf eine Absenkung verzichtet. "Das aktuelle Kapitalmarktumfeld und Prognosen über die weitere Entwicklung machen eine Anpassung der Überschussbeteiligung 2017 erforderlich", sagte Ergo-Chef Michael Fauser.

Weniger Garantiezins

Die Verzinsung bei den klassischen Lebensversicherungen setzt sich aus Garantiezins und Überschussbeteiligung der Versicherer zusammen. Der vom Bundesfinanzministerium festgesetzte Garantiezins soll nächstes Jahr gesenkt werden. Zum 1. Januar 2017 sinkt er von derzeit 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent. Wer einen alten Vertrag mit einem höheren Garantiezins hat, dem ist die dort genannte Verzinsung aber nach wie vor sicher. Üblicherweise wird der Garantiezins alle zwei Jahre verändert.

"Ich würde mich wundern, wenn der Garantiezins 2018 angefasst würde", sagte der Privatkundenvorstand der Allianz Leben, Alf Neumann. Obwohl er nicht von einer Änderung im Zinsumfeld an den Kapitalmärkten ausgeht. Diese Bedingungen werden mehr und mehr zum Problem für die Branche. Hohe Zinsen galten jahrelang als Argument für den Altersvorsorge-Klassiker Lebensversicherung.

Nun sind für die Lebensversicherer die hohen Zinsversprechen in Altverträgen von bis zu vier Prozent angesichts der andauernden Niedrigzinsen ein Problem. Sie können die Zinsen an den Kapitalmärkten kaum erwirtschaften. "Der Garantiezins spielt inzwischen für die klassischen Tarife eine untergeordnete Rolle", sagte Neumann. Ihr Stellhebel ist die Überschussbeteiligung.

Weniger Verträge

Doch die Absenkungen bleiben nicht ohne Folgen für die klassische Lebensversicherung: Im privaten Neugeschäft machen solche Verträge laut Allianz inzwischen weniger als zehn Prozent der Abschlüsse aus. In der betrieblichen Altersversorgung liege der Anteil bei etwa einem Drittel.

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