28.08.2017 - 20:58 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbrief "Gefährdet die Freiheit namens Bargeld"

Viele Bankkunden sollen von 2018 an Geldbeträge innerhalb von wenigen Sekunden auf ein anderes Konto überweisen können. Dazu schreibt ein Leser:

von Redaktion OnetzProfil

Es ist einfach und schnell, kein lästiges Suchen nach Kleingeld, aber es ist auch gefährlich, es gefährdet die Freiheit namens Bargeld. Die Bankenlobby, der IWF, die EZB in Gestalt von Mario Draghi und auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble - der aus meiner Sicht, selbst wenn er bei jeder Gelegenheit das Gegenteil beteuert, ein absoluter Verfechter der Bargeldabschaffung ist -, halten an ihren Pläne zielstrebig fest.

In jeder Talkshow, in der er erscheint und es um das Thema Bargeld geht, versichert Michael Kemmer vom Bundesverband deutscher Banken (BdB), die Bargeldabschaffung sei nicht das Ziel. Wie sollen die Bürger dann Kemmers Aussage ("Die Überweisung in Sekunden könnte ein Ersatz für Bargeldzahlungen werden") einordnen? Was ist dann das Ziel? 2018 verschwindet der 500-Euro-Schein, der Normalbürger wird ihn kaum vermissen. Es wird aber nicht lange dauern, bis der 200- und in Folge der 100-Euro-Schein zur Disposition stehen, immer mit der Begründung, die Terrorfinanzierung unterbinden zu wollen, zur Sicherheit der Bürger. Das Einzige, was aus meiner Sicht unterbunden werden soll, ist der freie ungehinderte Zugang eines jeden Bürgers zu seinem Geld und der Umgang damit.

Von etwaigen Sicherheitsproblemen, wie zum Beispiel dem Datenklau von Karten mit WLAN-Funktion, hört man immer erst hinterher, aber diese Karten kann man ja in Alu-Folie packen. Na bravo! Natürlich habe auch ich eine EC-Karte, ohne Funkchip, deren Einsatz aber sehr begrenzt erfolgt.

Ich wiederhole mich gern an dieser Stelle: Millionen Deutsche haben gesehen, wie die Griechen vor den Banken standen und nicht an ihr Geld kamen beziehungsweise mit 60 Euro pro Tag abgespeist wurden. Und Millionen Deutsche haben Milliarden an Euro abgehoben, über die der Staat keinerlei Kontrolle mehr hat. Das ist dem Staat einmal passiert, ein zweites Mal schaut er nicht zu. Erst wenn man etwas nicht mehr hat, merkt man oft, was man verloren hat.

Ulrich Köber, 92637 Weiden

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