19.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Maximal zwei Jahre für Sanierung des Konzerns geplant Neuer Karstadt-Eigner lässt sich nicht viel Zeit

Der neue Karstadt-Eigentümer René Benko will die angeschlagene Warenhauskette nach einem Bericht des "Handelsblatts" innerhalb von ein bis zwei Jahren sanieren. Benkos Rettungsplan sehe vor, anhaltend verlustreiche Karstadt-Häuser zu schließen. Attraktive Standorte sollten in Einkaufsmeilen mit Markenhändlern verwandelt werden, berichtet die Wirtschaftszeitung. Der Konzern selbst solle saniert werden - mit neuer Organisation und Informationstechnik,

Schon seit Jahren ist es für Karstadt "Fünf vor Zwölf". Nun versucht der neue Eigentümer René Benko einen weiteren Rettungsversuch. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Es gebe eine Liste, auf der rund 20 defizitäre Karstadt-Häuser stünden, berichtet das "Handelsblatt". Jedes dieser Häuser komme auf den Prüfstand. Gebe es keine Chance, den Standort in die schwarzen Zahlen zu bringen, werde er geschlossen. "Durch den neuen Eigentümer herrscht nun endlich Klarheit", zitiert die Zeitung Karstadt-Aufsichtsratschef Stephan Fanderl. "Es gibt viel zu tun, wir werden die nächsten wichtigen Schritte einleiten."

Ziel: Fusion mit Kaufhof

Am Donnerstag will der Aufsichtsrat nach bisherigen Planungen über die Sanierung beraten. Erst nach der Sanierung von Karstadt wolle Benko dann sein eigentliches Ziel in den Vordergrund rücken: Die Schaffung einer Deutschen Warenhaus AG, also die Fusion von Karstadt mit dem Rivalen Kaufhof, hieß es weiter.

Am Freitag war bekanntgegeben worden, dass der bisherige Eigentümer Nicolas Berggruen die 83 verbliebenen Karstadt-Warenhäuser und die restliche Beteiligung an den Premiumhäusern sowie an den 28 Sporthäusern für einen Euro an den österreichischen Investor René Benko verkauft.

Das Bundeskartellamt bestätigte am Montag, dass die Übernahme inzwischen auch bei der Wettbewerbsbehörde angemeldet worden sei. Offiziell hat die Behörde einen Monat Zeit für eine erste Prüfung des Vorhabens. Doch könnte die Entscheidung auch deutlich schneller fallen, wenn die Behörde die Übernahme als unproblematisch einstuft. Damit wird allgemein gerechnet.

Die Gewerkschaft Verdi forderte den neuen Karstadt-Eigentümer auf, ein umfassendes Konzept für die Zukunft der angeschlagenen Warenhauskette zu präsentieren. "Es muss tragfähig, es muss nachhaltig sein. Es braucht eine Strategie. Dazu gehört: Wie müssen die Sortimente aussehen, wie sollen die Häuser an den einzelnen Standorten ausgerichtet sein, damit die Arbeitsplätze sicher sind", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

"Vernüftiges Konzept"

Die Gewerkschaft Verdi warnte Benko vor übereilten Entscheidungen. "Karstadt hat derzeit andere Probleme als zu viele Häuser", sagte der Verdi-Vertreter im Karstadt-Aufsichtsrat, Arno Peukes, der "Berliner Zeitung". Zuallererst müsse der neue Eigentümer ein vernünftiges Konzept auf den Tisch legen. Der Investitionsbedarf bei Karstadt sei "nicht höher als die Kosten, die durch Schließungen verursacht würden".

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