14.02.2018 - 22:04 Uhr
Deutschland & Welt

Messe Biofach in Nürnberg Bio boomt

Ob Gemüse vom Bauern um die Ecke oder Kartoffeln aus Ägypten: Immer mehr Verbraucher greifen zu Bio-Lebensmitteln. Das lässt auch die Kassen der Supermärkte kräftig klingeln. Jetzt wollen auch deutsche Bauern stärker profitieren.

Auf der Messe Biofach, die im Verbund mit der Naturkosmetikmesse Vivaness veranstaltet wird, zeigen bis Samstag in Nürnberg rund 2800 Hersteller ihre Produkte. Bild: Klaus Tscharnke/dpa
von Agentur DPAProfil

Nürnberg/Berlin. In Deutschland ist kein Ende des Bio-Booms absehbar. Nach einem erneut kräftigen Umsatzplus rechnen Branchenexperten auch für das laufende Jahr mit einem kräftigen Wachstum mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln und Getränken. 2017 habe der Bio-Umsatz mit einem Anstieg von 5,9 Prozent erstmals 10 Milliarden Euro überschritten, berichtete der Vorsitzende des Bundes Ökologischer Landwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, zum Auftakt der Naturkostmesse Biofach in Nürnberg. Inzwischen hält nach Einschätzung des Verbandschefs auch die Ausweitung der Öko-Anbaufläche mit der stark steigenden Nachfrage nach Bioprodukten Schritt. So sei der Umfang der ökologisch bewirtschafteten Äcker und Weiden im Vorjahr um zehn Prozent auf 1,375 Millionen Hektar gestiegen. "8,2 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche bewirtschaften damit Deutschlands Biobauern. Jeder 10. Hof macht Bio", stellte zu Löwenstein am Mittwoch fest. Deutschland erlebe endlich eine "starke Umstellungsdynamik".

Vom anhaltenden Bio-Boom profitieren nach den Branchenzahlen vor allem Supermärkte und Discounter. Mit einem Umsatz von 5,93 Milliarden Euro lag der Bio-Marktanteil des Lebensmitteleinzelhandels 2017 bei 59 Prozent, der des Naturkosthandels mit 2,91 Milliarden Euro dagegen bei 29 Prozent, berichtetet der BÖLW. Dabei haben sich die Gewichte weiterhin zugunsten der Supermärkte und Discounter verschoben: Während der Lebensmitteleinzelhandel um 8,8 Prozent zulegte, musste sich der Naturkostfachhandel mit einem Plus von 2,2 Prozent zufrieden geben. Auch Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) setzt auf weiteres Wachstum des Ökolandbaus in Deutschland. Bäuerliche Bio-Landwirtschaft solle auch künftig im Fokus stehen, sagte er. "Wir werden Projekte zur regionalen Wertschöpfung und Vermarktung fördern." Union und SPD haben im Koalitionsvertrag das Ziel formuliert, bis 2030 einen Öko-Anteil von 20 Prozent der Landwirtschaftsfläche zu erreichen.

Trotz des Marktwachstums der Branche zeichnen sich auf der bis zum Samstag dauernden Naturkostmesse keine größeren Neuheiten-Trends ab. Neu sei lediglich das stark gestiegene Angebot an Öl-Spezialitäten aus Bio-Anbau und die Anreicherung von Bio-Lebensmitteln mit Proteinen, sagte eine Messe-Sprecherin. Bei den Geschmacksrichtungen sei in immer mehr Bio-Drinks das Gewürz Kurkuma angesagt. Im Naturkosmetikbereich spielten Naturfarben eine immer größere Rolle.

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