Messe CES in Las Vegas
Zukunft des Autos und vernetzte Kühlschränke

Auf der CES wird unter anderem die Kühlschrank-Kamera "FridgeCam" des Herstellers Smarter gezeigt. Mit Hilfe der Kamera kann man über ein Mobiltelefon den Inhalt und die Temperatur eines Kühlschranks überwachen. Bild: dpa

Inzwischen ist es eine Tradition bei der CES: Zum Auftakt der Technik-Messe gibt es mindestens einen Auto-Prototyp. Die Autos sollen die Stärken von Vernetzung und Roboterwagen-Software demonstrieren. Daneben gibt es noch weitere Neuheiten.

Las Vegas. Das Auto soll künftig mehr als ein Auto sein. Nicht nur ein Fortbewegungsmittel, das einen von A nach B bringt, sondern Freizeit-Zone, Rückzugsort, Unterhaltungszentrale - kurzum: ein Raum, in dem man gerne Zeit verbringt. Das ist die Idee, mit der Fiat Chrysler auch jüngere Generationen wieder zum Autokauf bewegen will.

Auf der Technik-Messe CES (5. bis 8. Januar) in Las Vegas wird der "Portal" gezeigt, ein Auto mit auffälligen Schiebetüren und viel Glas sowie einem fast komplett umbaubaren Innenraum. Ziel der Entwickler sei es gewesen, ein Auto für junge Käufer so begehrt zu machen wie ein Smartphone, sagte Chrysler-Managerin Ashley Edgar. Punkten soll der Wagen unter anderem mit verschiebbaren und herausnehmbaren Sitzen, Anschlüssen für acht Notebooks und Tablets. Wie viele der Ideen es am Ende in ein Serienfahrzeug schaffen, ist wie bei allen Konzeptwagen offen. Technik zum autonomen Fahren soll auf jeden Fall integriert werden - sobald sie verfügbar ist. "Sobald fertig" ist auch die Devise der Firma hinter der zweiten großen Auto-Premiere zum CES-Auftakt. Faraday Future hat nicht nur einen klangvollen Namen, sondern geizt auch nicht mit teils großspuriger Rhetorik. So verkündete Entwicklungschef Nick Sampson zur Vorstellung des ersten produktionstauglichen Fahrzeugs der Firma gleich den Anbruch einer "neuen Ära der Mobilität". Wie genau Faraday Future da die Führungsrolle übernehmen will, blieb aber unklar.

Denn während der E-Auto-Hersteller Tesla die Produktion ausbaut und die gesamte Industrie auf Elektro-Mobilität einschwenkt, wird Faraday Future sein in Las Vegas gezeigtes Modell FF91 erst im Jahr 2018 ausliefern können. Allerdings musste auch Tesla einen Rückschlag hinnehmen. Insgesamt seien rund 76 230 Wagen ausgeliefert worden, teilte das Unternehmen mit. Noch im Oktober hatte die Firma bekräftigt, mindestens 80 000 Autos an die Kundschaft bringen zu wollen.

An der Zukunft des Autos will Microsoft gemeinsam mit Partnern an mitwirken. Auf der CES zeigt der Softwarekonzern, wie sich etwa mit Hilfe künstlicher Intelligenz die Sicherheit des Fahrers oder die Integration personalisierter Funktionen verbessern lassen. Der Partner NXP, Halbleiterhersteller aus den Niederlanden, zeigt, wie Fahrzeuge untereinander und mit der Infrastruktur kommunizieren und vor Gefahrensituationen warnen können.

Die Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV), ein weiterer Partner im Verbund, an der Volkswagen 50 Prozent hält, will in Las Vegas zusammen mit Hewlett Packard Enterprise ein Auto zeigen, das über die Cloud direkt mit dem Fahrer und anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren soll. Biometrische Sensoren sollen dabei Daten der Fahrer und Insassen sammeln und dann automatisch etwa die Sitzeinstellung, Beleuchtung und das digitale Unterhaltungsprogramm entsprechend an die jeweiligen Personen anpassen. Ein weiteres Thema der CES sind digitale Assistenten, die sich mit Menschen unterhalten und für sie kleine Aufgaben über verbundene Geräte und Dienste erfüllen können. So zeigt der Smartphone-Marktführer Samsung vernetzte Kühlschränke, die man ebenfalls auch nach dem Wetter oder der Uhrzeit fragen kann.
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