Milupa weitet Produktion aus - Andere Marken in Regalen verfügbar
Engpass bei Baby-Milchpulver

Der Babynahrungshersteller Milupa will die Engpässe bei seinen Trockenmilch-Produkten bald entschärfen. Eine neue Produktionslinie sei angelaufen, sagte Unternehmenssprecher Stefan Stohl am Donnerstag in Friedrichsdorf bei Frankfurt. "Wir hoffen auf eine spürbare Entspannung." Das sei dringend notwendig. Seit Monaten häuften sich Anrufe besorgter Eltern, weil die Baby-Produkte Milumil und Aptamil oft nicht greifbar seien.

Die zum Danone-Konzern gehörende Milupa GmbH vermutet, dass Privatleute und Kleinunternehmer die Regale leerkaufen, um die nur für den deutschen Markt bestimmten Produkte nach China zu exportieren. Dort gelte Trockenmilch aus Deutschland als besonders vertrauenswürdig, sagte Stohl. Das Unternehmen habe aber auch in England und den Niederlanden ähnliche Probleme wie in Deutschland. Hintergrund ist der Skandal um mit der Industriechemikalie Melamin verseuchte Milch in China im Jahr 2008, bei dem mindestens sechs Säuglinge starben und rund 300 000 erkrankten.
Die Zahl der monatlich verkauften Säuglingsmilch-Packungen von Milupa war 2012 um ein Drittel gestiegen, der Marktanteil sprunghaft auf etwa 45 Prozent geklettert. Seit Monaten stehen Eltern, die die Säuglingsnahrung des Marktführers bevorzugten, immer wieder vor leeren Regalen. "Ich kann nicht einfach die Marke wechseln, sonst bekommt mein Baby Bauchweh", sagte eine Mutter. In der Rossmann-Zentrale bei Hannover wird dies nicht geteilt: "Kein Kind muss hier darben, kein Kind muss hungern", sagte Pressesprecher Stephan-Thomas Klose.

Denn die vorrübergehenden Engpässe gebe es nur bei Milumil und Aptamil - Alternativen wie Hipp, Humana, Bebivita oder die Eigenmarke Babydream ließen jedoch genügend Ausweichmöglichkeiten. Deshalb warnt Klose vor Panikmache. Er habe zwar Verständnis für Markenbewusstsein. Doch es stehe keinesfalls fest, dass ein Produktwechsel problematisch verlaufen müsse.

Auch der Handel sprang ein und begrenzte den Verkauf pro Kunde. "Um die Bedürfnisse all unserer Kunden befriedigen zu können, haben wir uns kurzfristig dazu entschieden, die mengenmäßige Abgabe von Aptamil-Produkten vorübergehend zu beschränken", sagte dm-Marketing-Geschäftsführer Christoph Werner.
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