17.03.2017 - 16:48 Uhr
Deutschland & Welt

Nächster Paukenschlag bei VW Piëch will Anteile abstoßen

Einst war Ferdinand Piëch der wichtigste Mann im VW-Konzern, er hatte den Autobauer seit den 1990er Jahren groß gemacht. Nach einem beispiellosen Machtverlust will der "Alte" nun zumindest einen beträchtlichen Teil seiner Aktien loswerden.

Der Patriarch zieht sich zurück: Ferdinand Piëch, jahrelang Vorstandsvorsitzender und danach Vorsitzender des Aufsichtsrat, prüft einen Verkauf seiner Anteile an VW. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Wolfsburg. Der frühere VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch prüft einen Verkauf seiner Anteile an dem Autobauer. Wie die Porsche-Dachgesellschaft PSE am Freitag als Hauptaktionärin von Volkswagen mitteilte, führen die Familien Porsche und Piëch entsprechende Verhandlungen über eine Übertragung eines "wesentlichen Anteils" der gehaltenen Stammaktien.

Piëch, der am 17. April 80 Jahre alt wird, ist Miteigentümer von Porsche und damit auch Großaktionär von VW. Er war bis April 2015 langjähriger VW-Aufsichtsratschef und galt als mächtigster Mann bei Volkswagen. Er trat nach einem internen Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn von fast allen Ämtern zurück und blieb am Ende lediglich Aufsichtsrat bei der Porsche SE. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Piëch seinen letzten Posten im Konzern verlieren könnte. Die Familien Porsche und Piëch hätten sich darauf geeinigt, den 79-Jährigen im Zuge einer Umstrukturierung des Kontrollgremiums der Porsche SE zu entmachten und ihm sein Aufsichtsratsmandat zu entziehen, schrieb die "Bild am Sonntag". Ein Sprecher der Porsche SE sagte dazu, der Aufsichtsrat müsse bis Mitte April entscheiden, wer dem Gremium angehören solle. Chefkontrolleur Wolfgang Porsche hatte am Rande des Autosalons in Genf gesagt, es sei noch keine Entscheidung gefallen.

Die Porsche SE ist eine reine Beteiligungsgesellschaft und besitzt rund 52 Prozent der Stimmrechte an VW. Der Kapitalanteil an VW liegt bei knapp 31 Prozent.

Zuletzt hatten bei der Aufarbeitung des VW-Dieselskandals angebliche Anschuldigungen Piëchs für Aufsehen gesorgt. Demnach soll der frühere VW-Aufsichtsratschef Mitgliedern des Aufsichtsrats-Präsidiums wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Betriebsratschef Bernd Osterloh und auch seinem Cousin Wolfgang Porsche vorgeworfen haben, früher als bisher bekannt über einen Verdacht von Abgas-Manipulationen in den USA Bescheid gewusst zu haben. Diese hatten das scharf zurückgewiesen. Wolfgang Porsche sagte zuletzt in Genf, er selbst werde in dieser Sache nichts unternehmen, Familie könne man sich nicht aussuchen.

VW-Rückruf in USA

Wegen möglicher Risse an einem Dichtungsteil ruft Volkswagen in den USA die Eigentümer von fast 21 000 Touareg zu einem freiwilligen Werkstattbesuch auf. Dabei handelt es sich um Modelle der Jahrgänge 2007 bis 2010. "Bei diesen Fahrzeugen kann es sein, dass der Flansch am Kraftstofffilter Risse bekommt", sagte ein Konzernsprecher am Freitag. Diese Risse könnten durch langsame Zersetzung oder Alterungsprozesse auftreten und zum Austritt von Kraftsoff führen. (dpa)

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