08.03.2018 - 15:38 Uhr
Deutschland & Welt

Nicht abhängig von Dieselmotor Continental macht mehr Gewinn

Wie stellt sich der Autozulieferer Continental künftig auf? Der tiefgreifende Wandel der Autoindustrie beschäftigt den Konzern, der seine eigene Struktur unter die Lupe nimmt. Einen beschlussfähigen Plan gibt es noch nicht. Das soll sich bald ändern.

von Agentur DPAProfil

Hannover. Glänzende Zahlen, glänzende Aussichten: Aber beim möglichen Konzernumbau spannt der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental Mitarbeiter und Aktionäre weiter auf die Folter. Denkbare Optionen würden geprüft, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag in Hannover. Er betonte: "Ein entscheidungsreifer Plan liegt noch nicht vor." Das solle aber bis Mitte 2018 der Fall sein. Der Dax-Konzern verdiente 2017 trotz Belastungen wegen höherer Rohstoffpreise erneut mehr. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg um 6,5 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro. Der Erlös legt im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent auf 44 Milliarden Euro zu.

Im Januar hatte Continental grundsätzlich bestätigt, den Konzern möglicherweise neu aufstellen zu wollen. Das könnte Medienberichten zufolge den Aufbau einer Dachgesellschaft oder auch die separate Börsennotierung einzelner Geschäftssparten bedeuten. Die Bedenken der Mitarbeitervertreter würden ernst genommen, Gespräche mit dem Konzernbetriebsrat geführt, sagte Degenhart. Hintergrund ist die Neuausrichtung der gesamten Branche, die die großen Trends Elektrifizierung und Digitalisierung bewältigen muss. "Der rasante technologische Wandel erfordert von unserem weltweiten Team ein Höchstmaß an Flexibilität und Agilität", sagte Degenhart. Gleichzeitig verwies er auf die Wandlungsfähigkeit des Konzerns, der sich seit fast 150 Jahren in einem ständigen Wandel befinde. "Allein in den vergangenen 20 Jahren hat sich Continental von einem reinen Reifenhersteller und Industriepartner zu einem globalen Technologieunternehmen gewandelt."

Einige Autozulieferer hatten in der Vergangenheit die stärkere Trennung ihrer Geschäftssegmente in die Wege geleitet. So trennte der britische Conti-Rivale Delphi sein Zuliefergeschäft von Zukunftszweigen wie etwa Assistenzsystemen ab. Degenhart betonte, man spreche nicht von Restrukturierung, sondern man wolle die Organisation auf die Zukunft ausrichten. Drohende Diesel-Fahrverbote sieht das Unternehmen nach Degenharts Worten "kritisch": Der Verbrenner habe seinen Zenit noch längst nicht überschritten. Conti sei aber vom Diesel-Antrieb nicht abhängig. Die Dividende soll um 25 Cent auf 4,50 Euro je Aktie klettern. Die Mitarbeiterzahl des Konzerns stieg bis Ende des vergangenen Jahres um mehr als 15 000 auf über 235 000 Beschäftigte.

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