25.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Nicht nur Urlaubern droht eine böse Überraschung: Piloten der Lufthansa wollen wieder streiken Unsicherheit für Reisende

Zum Ende der Sommerferien drohen an den deutschen Flughäfen wegen Pilotenstreiks bei der Lufthansa erneut massenweise Flugausfälle. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kündigte einen Ausstand an, mit dessen Beginn "ab sofort" gerechnet werden müsse.

Die Flieger der Lufthansa könnten bald an deutschen Flughäfen in Reih und Glied stehenbleiben statt Passagiere von A nach B zu bringen. Die Piloten der Airline drohen einmal mehr mit Streiks. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Unklar war aber auch am Sonntag noch, wann die Flugkapitäne das erste Mal ernst machen werden. Hintergrund der Streiks ist ein Streit über die Übergangsrente für die Piloten. Deshalb hatte es bereits im April massive Flugausfälle gegeben.

Nach den gescheiterten Verhandlungen über die Übergangsrenten legte sich die Piloten-Gewerkschaft mit ihrem Zeitplan zunächst nicht fest. "Wir werden mit Rücksicht auf die Passagiere aber frühzeitig einen Termin bekanntgeben", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg am Sonntag. Was das genau heißt, sagte er nicht. Während die Piloten den Druck auf die Lufthansa erhöhen, ruft Europas größte Airline die VC zurück an den Verhandlungstisch.

Kürzere Warnfristen

Cockpit hatte die Verhandlungen am späten Freitagabend für gescheitert erklärt und den Ausstand angekündigt. Die drohenden neuen Ausstände könnten nach VC-Angaben kurzfristiger bekanntgegeben werden als bei der massiven Streikwelle im April. "Damals haben wir den Streik 72 Stunden vorab angekündigt", sagte Cockpit-Vorstandsmitglied Markus Wahl am Samstag. "Jetzt ist es auch denkbar, dass wir diese Vorlauffrist ein wenig kürzer halten." Es werde aber kein Passagier erst am Flughafen erfahren, dass sein Flug ausfalle.

Im Tarifkonflikt geht es um höhere Gehälter und die Übergangsrenten für die 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Im Schnitt gehen die Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das Eintrittsalter wegen der hohen Kosten und der auf 65 Jahre hochgesetzten Altersgrenze für Verkehrspiloten merklich erhöhen. VC verlangt zudem Verdienststeigerungen um zehn Prozent. Das Angebot der Lufthansa beträgt nach eigener Darstellung 5,16 Prozent.

Verhandlungen gescheitert

Im April hatte der schärfste Streik in der Lufthansa-Geschichte zu rund 3800 Flugausfällen geführt, betroffen waren an den drei Tagen 425 000 Fluggäste. Nach den Streiks hatten beide Seiten die Verhandlungen wieder aufgenommen - hinter verschlossenen Türen und mit Hilfe eines Moderators. Doch die Lufthansa habe ihre "weitreichenden Forderungen" aufrechterhalten, die nicht akzeptable Einschnitte in die Versorgung der Piloten bedeuten würden, erklärte Cockpit nun.

"Wir bedauern die Entscheidung der Vereinigung Cockpit sehr, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären und Arbeitskampfmaßnahmen anzukündigen", kritisierte die Lufthansa.

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