21.03.2018 - 21:42 Uhr
Deutschland & Welt

Optimismus trotz Gegenwind BMW peilt weiteres Rekordergebnis an

Dieselkrise, Strafzölle, milliardenschwere Investitionen in Zukunftstechnik - die Autoindustrie hat mit Gegenwind zu kämpfen. BMW zeigt sich dennoch optimistisch.

Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender von BMW. Bild: L. Mirgeler/dpa
von Agentur DPAProfil

München. Trotz kräftig steigender Investitionen peilt BMW für das laufende Jahr einen Vorsteuergewinn mindestens auf dem Rekordniveau des vergangenen Jahres an. Vorstandschef Harald Krüger sagte am Mittwoch in München: "Wir erhöhen 2018 nochmals die Schlagzahl und streben das neunte Rekordjahr in Folge an." Wichtigster Treiber dabei sollen die neuen SUV-Modelle sein.

Die Razzia vom Vortag war auf der Bilanz-Pressekonferenz nur noch ein Randthema. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf manipulierte Abgas-Software bei 11 400 Dieselautos. Technikvorstand Klaus Fröhlich sagte, die Autos seien 2012 mit der richtigen Software verkauft worden, hätten bei einem Update 2014 aber versehentlich eine falsche Software bekommen. BMW habe das Kraftfahrtbundesamt selbst informiert. Der Autobauer verkauft gut die Hälfte seiner Autos in Deutschland und Europa mit Dieselmotoren. Weil sie weniger CO2 ausstoßen als Benziner, seien sie wichtig, um die EU-Klimavorgaben zu erreichen, sagte Krüger. Weil BMW bei Hybridfahrzeugen bereits Marktführer in Europa ist, konnten die Münchener den CO2-Ausstoß ihrer Flotte - im Gegensatz zur Konkurrenz - im vergangenen Jahr senken. Ein Problem für die Klimabilanz ist allerdings die steigende Nachfrage nach SUVs und großen Luxusautos. In diesen besonders profitablen Segmenten will BMW dieses Jahr zulegen: Die SUV-Coupés X2 und X4, der Roadster Z4 und das große 8er Coupé kommen neu auf die Märkte. Der neue X3 soll nicht mehr nur in den USA, sondern auch in Südafrika und China gebaut werden. Damit will BMW zum einen den Rückstand auf Mercedes-Benz bei den Verkaufszahlen verkleinern.

Der Aufwand für Forschung und Entwicklung werde dieses Jahr erneut um fast eine Milliarde auf rund sieben Milliarden Euro steigen, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter. Den Gewinn vor Steuern dennoch mindestens bei 10,7 Milliarden Euro zu halten, das werde "definitiv kein Sonntagsspaziergang". Für 2018 kündigte er einen leichten Zuwachs bei Absatz und Umsatz an. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz um 4 Prozent auf 2,5 Millionen Autos, der Umsatz um 5 Prozent auf fast 99 Milliarden. Unter dem Strich stieg der Gewinn - auch dank US-Steuerreform - sogar um ein Viertel auf 8,6 Milliarden Euro.

Den möglichen Handelskrieg zwischen den USA und der EU sieht der BMW-Vorstand gelassen. BMW sei der größte Autoexporteur der USA und stehe dort samt Zulieferern für 70 000 Arbeitsplätze. Die anstehenden US-Zölle auf Stahl kosteten BMW einige Millionen.

Milliarden-Dividende

Die Geschwister Stefan Quandt und Susanne Klatten erhalten von BMW in Kürze 1,12 Milliarden Euro aufs Konto. Der Autokonzern hat im vergangenen Jahr 8,7 Milliarden Euro Gewinn gemacht. Nach dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat sollen 30 Prozent davon als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Stefan Quandt besitzt 25,8 Prozent der Stammaktien und erhält nach der Hauptversammlung 622 Millionen Euro Dividende, seine Schwester Susanne Klatten bekommt für ihre 20,9 Prozent der Anteile 504 Millionen Euro. Vorstandschef Harald Krüger bekommt für seine Arbeit zehn Prozent mehr Einkommen - seine Vergütung wurde auf 8,295 Millionen Euro erhöht. Aber BMW zeigt sich auch gegenüber den gut 80 000 anderen Mitarbeitern in Deutschland großzügig: Ein BMW-Facharbeiter bekommt 9455 Euro Erfolgsbeteiligung. (dpa)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.