19.03.2018 - 21:36 Uhr
Deutschland & Welt

Personalmangel bei Paketdiensten: Paketbranche plagen Nachwuchssorgen

Es sind unglaubliche Paketmengen, die Jahr für Jahr in Deutschland verschickt werden. Und es werden immer mehr. Das freut zwar die Paketbranche, sorgt aber für Probleme.

Ein Paketbote liefert Pakete aus. Doch die Dienste finden nicht genügend Personal. Bild: Berg/dpa
von Agentur DPAProfil

Bonn/Berlin. Deutschlands Paketbranche sucht händeringend nach Mitarbeitern. Wegen des demografischen Wandels und der geringen Arbeitslosenquote werde es für die Firmen immer schwieriger, den steigenden Bedarf an geeigneten Zustellern zu decken, teilt der Bundesverband Paket & Expresslogistik auf Anfrage mit. Der Verband vertritt Firmen wie GLS, Hermes und DPD. Vom Marktführer und Ex-Staatsmonopolisten, der Deutschen Post DHL, heißt es, vor allem in einigen Ballungsräumen sei es "eine Herausforderung, den Bedarf an gutem Personal zu decken". Die Paketbranche, zu der auch Kuriere und Expressdienst-Beschäftigte zählen, wächst seit Jahren dank des boomenden Online-Handels und der guten Wirtschaftslage. Sie hatte 2016 laut dem Verband hierzulande 219 000 Beschäftigte, zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit der Zahl sind nicht nur Zusteller gemeint, sondern zum Beispiel auch Beschäftigte in Depots. Aus Gewerkschaftssicht sind die Probleme zum Teil hausgemacht. "Die Arbeitsbelastung ist hoch und die Bezahlung häufig zu niedrig - da ist es kein Wunder, dass Bewerber nicht Schlange stehen", sagt Verdi-Expertin Sigrun Rauch. Sie moniert, dass GLS, DPD und Hermes auf Subunternehmer setzen - die Zusteller sind in deren Auftrag unterwegs, aber bei anderen Firmen angestellt.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur stieg die Menge der Pakete, die in Deutschland pro Jahr versandt werden, von 2010 bis 2016 um rund 50 Prozent auf 2,522 Milliarden. Jüngere Zahlen liegen nicht vor. Anbieter Hermes schätzt, dass sich diese Menge bis 2025 verdoppeln wird. "Die Nachwuchssorgen (...) werden sich angesichts des starken Wachstums der Branche und der Zukunftsprognosen noch zuspitzen", sagt eine Sprecherin.

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