11.02.2011 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Politiker, Händler, Analysten und Anlegerschützer begrüßen die Pläne für den Zusammenschluss Börsenfusion sorgt für Euphorie

Die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der New York Stock Exchange (NYSE) weckt große Hoffnungen. Politiker, Händler, Analysten und Anlegerschützer äußerten sich am Donnerstag positiv zu den Plänen.

von Agentur DPAProfil

"Zusammen mit New York geht an Frankfurt am Main kein Weg mehr vorbei", sagte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth. Sie sieht den Finanzplatz gestärkt aus der Fusion hervorgehen. Denn kommt es zum Zusammenschluss, werden die Anteilseigner der Deutschen Börse bis zu 60 Prozent des Gesamtunternehmens kontrollieren. Auch die Anlegerschützer geben unter diesen Voraussetzungen Rückendeckung: "Wir unterstützen das Vorhaben der Deutschen Börse, den Konsolidierungsprozess in der Branche aktiv voranzutreiben", erklärte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

"Ich persönlich finde den Schritt gut", sagte Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade. "Er ist notwendig, um der wachsenden Konkurrenz aus Asien die Stirn bieten zu können." So will die Börse in Singapur die Börse in Sydney übernehmen. Die Börse in Hongkong erklärte, auch sie denke über mögliche Fusionen nach. "Wir brauchen Zusammenschlüsse", sagen auch die Händler in New York. Die Fusionsverhandlungen könnten bereits in der kommenden Woche abgeschlossen werden, hieß es. Am Dienstag zur regulären Sitzung des Aufsichtsrats der Deutschen Börse werde auch das Thema Fusion im Kontrollgremium behandelt werden, hieß es aus informierten Kreisen. Dem Vernehmen nach sollen auch bei der NYSE Euronext die Fusionsverhandlungen in der kommenden Woche zum Abschluss kommen.
Auch die Verteilung der Führung der Geschäftsbereiche scheint geklärt zu sein. Die Führung des Aktienhandels werde von New York aus stattfinden, hieß es aus US-Finanzkreisen. Das Derivategeschäft und auch das Geschäft mit der Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren würden von Frankfurt aus geführt werden.

Zustimmung steht noch aus

Wenn die Fusion gelingt, entsteht ein Börsengigant mit Handelsplätzen in Frankfurt, New York, Amsterdam, Paris, Lissabon, Brüssel und London. Querschießen bei dem Zusammenschluss könnten noch die Aufsichtsbehörden. Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) betonte: "Wir werden den Vorgang sorgfältig prüfen und die Interessen des Finanzplatzes Frankfurt wahren." Seinem Ministerium ist die hessische Börsenaufsicht unterstellt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.