Rekordjahr für Edeka-Kaufleute und die Discount-Tochter Netto
"Hungrig nach mehr"

Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka AG. Bild: dpa

Edeka, Deutschlands größter Lebensmittelhändler, will mit umfangreichen Investitionen der Konkurrenz weitere Marktanteile abjagen. "Es läuft, wir sind aber trotzdem hungrig nach mehr", sagte der Vorstandsvorsitzende der Edeka AG, Markus Mosa, am Montag bei der Bilanzvorlage in Hamburg. Etwa 200 kleine, ältere Supermärkte sollen in diesem Jahr durch neue, größere Supermärkte ersetzt werden.

Bei der Tochter Netto Marken-Discount liege der Schwerpunkt auf dem Ausbau des Sortiments: In etwa 1000 Netto-Filialen und damit einem Viertel des Filialnetzes werden 2013 Backstationen aufgestellt.

Die Schlecker-Pleite im vergangenen Jahr sei für den Edeka-Verbund lediglich ein "Beschleuniger" gewesen, das Angebot an Drogeriewaren auszubauen. Bei Drogeriewaren peilt Edeka zweistellige Zuwachsraten an, nachdem die Tochter Netto vor kurzem ihr Sortiment an Körperpflege- und Kosmetikprodukte erweitert hat. Auch Supermärkte bauten ihr Sortiment aus. "Da steckt Potenzial drin", verdeutlichte der Edeka-Chef. Der Verbund sehe sich als Nahversorger unter anderem im ländlichen Raum. Bisher stünden Drogeriewaren für sieben bis acht Prozent des Gesamtumsatzes.

Für die mehr als 4000 selbstständigen Edeka-Kaufleute und die Discount-Tochter Netto war 2012 ein Rekordjahr: Der Umsatz der Kaufleute stieg um 6,4 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Netto Marken-Discount legte um 5,2 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zu. Der Gesamtumsatz des Verbundes stieg bereinigt um Beteiligungsverkäufe um 3,8 Prozent auf 44,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern des Verbundes stieg um rund 18 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Die Investitionen in Märkte, Logistik, Produktion und IT sollen in diesem Jahr weiter ansteigen um 200 Millionen auf insgesamt 1,65 Milliarden Euro.

Streit mit Verdi

Der Edeka-Verbund beschäftigte Ende 2012 rund 317 600 Mitarbeiter, 11 200 mehr als ein Jahr zuvor. Zum Anteil der Teilzeit- und Vollzeitarbeitsplätze und deren Entwicklung gab es allerdings keine Angaben. Verdi wirft Edeka vor, dass für die meisten Beschäftigten kein Tarifvertrag gelte, weil sie Mitarbeiter der selbstständigen Kaufleute sind. Edeka wies die Vorwürfe zurück. Der Verbund sei kein Konzern, sondern genossenschaftlich geprägt. Verdi kritisierte auch, dass beim Privatisieren von Supermärkten Tarifstandards in Gefahr geraten würden. Das sei nicht das Ziel der Privatisierungen, so Mosa.
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