22.03.2018 - 21:52 Uhr
Deutschland & Welt

Rekordumsatz bei der Deutschen Bahn Bahn beschleunigt

Mit Rückenwind aus der Politik will die Deutsche Bahn ihre Rekord-Fahrgastzahl weiter steigern. Hohe Investitionen in Züge und das Schienennetz haben aber auch den Schuldenberg wachsen lassen.

Ein ICE fährt über die ICE-Neubaustrecke München-Berlin. Allein in Fernzügen zählte die Deutsche Bahn im Jahr 2017 142 Millionen Fahrten. Bild: Martin Schutt/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. Vorstandschef Richard Lutz legte am Donnerstag eine Bilanz mit Rekordumsatz vor. "2017 war wirtschaftlich ein gutes Jahr für die Bahn", sagte er. Allein in Fernzügen, ICE und IC, zählte der bundeseigene Konzern 142 Millionen Fahrten, das sind 2,3 Prozent mehr als 2016. Insgesamt nutzten die Kunden die Bahn im Fern- und Regionalverkehr 2,08 Milliarden Mal. Beides sind Bestwerte. Die Bahn erzielte 2017 einen Rekordumsatz von 42,7 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 1,69 Milliarden nach 1,46 Milliarden Euro im Vorjahr. Unterm Strich stand ein Gewinn von 765 Millionen Euro nach 716 Millionen im Vorjahr (plus 7 Prozent).

Treiber dieser Entwicklung sei auch das Auslandsgeschäft gewesen. Die internationalen Töchter DB Arriva und DB Schenker machten "mittlerweile fast die Hälfte unseres Umsatzes aus", sagte Lutz. Sie seien auch die Lage, ihre Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren.

Die Probleme mit der Pünktlichkeit nannte Lutz ärgerlich. Im Fernverkehr waren 78,5 Prozent der Züge pünktlich, das waren 0,4 Punkte weniger als 2016. Für dieses Jahr strebt die Bahn eine Quote von 82 Prozent an. Im Schienengüterverkehr hat sie den Umschwung noch nicht geschafft. Die Verkehrsleistung der Güterbahn DB Cargo sank um 2,3 Prozent. Vor Zinsen und Steuern erhöhte sich der Verlust (Ebit) auf 90 Millionen Euro nach 81 Millionen 2016.

Die Pläne der Regierungskoalition nahm Lutz positiv auf. Dass die Politiker die Fahrgastzahl bis 2030 verdoppeln wollten, "erschreckt mich nicht, es freut mich, weil es zeigt, dass wir mit dem Verkehrsträger Schiene Teil der Lösung sind, die sich die Politik da vorstellt", sagte Lutz. Zur Verwirklichung seien aber "jetzt Entscheidungen notwendig".

Im Koalitionsvertrag werden Förderprogramme für mehr elektrifizierte Strecken und zur Sanierung von Bahnhöfen angekündigt. Für den Bund als Eigentümer der Bahn stehe "nicht die Maximierung des Gewinns, sondern eine sinnvolle Maximierung des Verkehrs auf der Schiene im Vordergrund", heißt es darin.

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