14.04.2017 - 20:30 Uhr
Deutschland & Welt

Rekordwert von 5586 Milliarden Euro Trotz Minizinsen wächst das Geldvermögen

Frankfurt. Die Menschen in Deutschland besitzen trotz des Zinstiefs so viel Geldvermögen wie nie zuvor. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank stieg das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen an Versicherungen Ende vergangenen Jahres auf den Rekordwert von 5586 Milliarden Euro. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten. Auch wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor.

Das Zinstief macht Sparern in Deutschland zu schaffen. Dennoch steigt das Geldvermögen der Privathaushalte auf einen Rekordwert. Vor allem Aktien und Fonds zahlen sich aus. Archivbild: dpa
von Agentur DPAProfil

Das Plus von 98 Milliarden Euro (1,8 Prozent) erklärte die Notenbank am Donnerstag vor allem mit gestiegenen Börsenkursen. Gut 53 Milliarden Euro resultierten danach aus Bewertungsgewinnen. Aufgrund des robusten Arbeitsmarktes und steigender Reallöhne konnten viele Menschen auch mehr auf die hohe Kante legen. Unter dem Strich flossen rund 45 Milliarden Euro in Bargeld und Sichteinlagen, zu denen Girokonten und Tagesgeldkonten zählen. Nahezu unverändert blieben Spareinlagen, obwohl sie in der Zinsflaute kaum noch etwas abwerfen.

In Versicherungen und Pensionseinrichtungen investierten die Bürger im vierten Quartal knapp 20 Milliarden Euro. Der Zuwachs entsprach etwa dem Vorjahreswert. Insgesamt stecken 2113 Milliarden Euro in Versicherungen und Altersvorsorgesystemen. An den Kapitalmärkten hielten sich die Deutschen verglichen mit den Vorquartalen dagegen zurück. Unter dem Strich trennten sie sich in den letzten drei Monaten 2016 von Aktien und sonstigen Anteilsscheinen im Wert von fast 1 Milliarde Euro. In Investmentfonds steckten die Privathaushalte hingegen gut 5 Milliarden Euro. Zugleich nutzten die Bürger die niedrigen Zinsen, um sich günstig Kredite zu verschaffen. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen um 0,5 Prozent auf 1671 Milliarden Euro. Unter dem Strich erhöhte sich das Nettogeldvermögen damit um 2,3 Prozent auf 3915 Milliarden Euro.

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