Rösler sieht Wirtschaft im Aufwind - Wachstumsprognose leicht angehoben
"Deutschland bleibt ein Stabilitätsanker in Europa"

Die Bürger in Deutschland haben nach Einschätzung der Bundesregierung trotz des mäßigen Wachstums dauerhaft mehr Geld in der Tasche. Weil sie damit stärker konsumieren könnten, komme auch die Wirtschaft schneller aus der Talsohle heraus. Das sei wichtig für Europa. "Deutschland wird auch in diesem Jahr eine Erfolgsgeschichte und ein Stabilitätsanker in Europa bleiben", sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Donnerstag bei der Vorlage der neuen Konjunkturschätzung.

Um den erwarteten Aufschwung nicht zu gefährden, müsse der strikte Sparkurs in den Euro-Ländern fortgesetzt werden. Zwar hob die Regierung ihre Wachstumsprognose für 2013 nur leicht von 0,4 auf 0,5 Prozent an. Die wirtschaftliche Dynamik sei momentan aber mehr als dreimal so stark wie im Vorjahreszeitraum.

Die Sorge vieler Unternehmen wegen anhaltender Probleme im Euro-Raum sieht Rösler deshalb nicht als schlechtes Vorzeichen. Am Mittwoch hatte der Ifo-Index überraschend deutlich nachgegeben. Die Wachstumskräfte seien intakt, der Investitionsstau in der Wirtschaft löse sich auf, meinte hingegen Rösler. "Deutschland lässt den Konjunkturwinter erfolgreich hinter sich. Es geht wieder aufwärts." Im nächsten Jahr sei ein Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,6 Prozent drin. 2012 hatte das BIP nach einem Einbruch im vierten Quartal nur um 0,7 Prozent zugelegt. Die Regierung sei im laufenden Jahr bewusst zurückhaltender als führende Wirtschaftsforscher, um die Ziele bei der Sanierung des Bundeshaushalts sicher zu erreichen. Der Bund will 2015 erstmals seit über vier Jahrzehnten ohne neue Schulden auskommen. Die Frühjahrsprognose bildet die Grundlage für die neue Steuerschätzung Anfang Mai. Im ersten Quartal hatten Bund und Länder deutlich mehr Steuern eingenommen.

Steigende Einkommen

Die Zahl der Arbeitslosen soll im nächsten Jahr um weitere 90 000 auf im Schnitt 2,9 Millionen sinken. Fast 42 Millionen Bürger könnten dann erwerbstätig sein. Rösler betonte, der robuste Arbeitsmarkt stütze die Lohnentwicklung und stärke die Kaufkraft der Bürger. Die verfügbaren Einkommen würden in diesem Jahr um 2,3 Prozent und im nächsten Jahr um 2,8 Prozent zulegen. Die um die Preissteigerung bereinigten Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer seien seit 2009 jedes Jahr gestiegen. 2013 wird ein Plus von 1,3 Prozent und 2014 ein Zuwachs von 0,9 Prozent erwartet.
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