19.04.2018 - 20:24 Uhr
Deutschland & Welt

Sanierungsfall Opel Arbeitnehmer stellen sich quer

Rüsselsheim/Berlin. Der Ton im Streit um den richtigen Weg der Opel-Sanierung verschärft sich. Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Schäfer-Klug warf der Geschäftsleitung am Donnerstag "Desinformation" vor. Die Vorschläge der Geschäftsleitung zur Erfüllung der Tarifverträge wies er im Anschluss an eine Betriebsversammlung im Stammwerk Rüsselsheim zurück. Die IG Metall und der Betriebsrat werfen der eigenen Geschäftsführung und PSA Tarifbruch vor.

Opel-Mitarbeiter am Donnerstag auf dem Weg zu einer vom Betriebsrat einberufenen Versammlung. Die Arbeitnehmervertretung will die Sanierungsmaßnahmen des Managements nicht mittragen. Bild: Boris Roessler/dpa
von Agentur DPAProfil

Würde in Eisenach künftig nur ein Fahrzeug gebaut, laufe dies in etwa auf eine Halbierung der Belegschaft von derzeit 1800 Mitarbeitern an dem Standort hinaus, sagte Schäfer-Klug. Unter der Leitung des neuen Eigners PSA will Opel in dem thüringischen Werk nur noch ein Geländewagen-Modell anstatt der bislang zwei Kleinwagen-Modelle Adam und Corsa montieren. "Die Halbierung der Belegschaft in Eisenach wäre der Einstieg in den Komplettausstieg", sagte der Regionalbevollmächtigte der IG Metall, Uwe Laubach. Im Motorenwerk Kaiserslautern sollten die Beschäftigten einem Szenario zufolge keine Motorenteile mehr herstellen, sondern nur noch die Endmontage machen. Das würde eine Verringerung der Mitarbeiterzahl bedeuten, sagte der dortige Betriebsratsvorsitzende Lothar Sorger. Zum Vorschlag des Managements würde auch ein Verzicht der Mitarbeiter gehören. "Dafür hätten alle Beschäftigten 4,3 Prozent dauerhaft abgeben sollen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld", kritisierte Schäfer-Klug. Kanzlerin Angela Merkel hatte gefordert, dass sich PSA an die Zusagen halten solle. "Wir erwarten jetzt erst mal von dem Unternehmen, dass es all das, was es versprochen hat im Zusammenhang mit der Übernahme, auch einhält", hatte sie am Mittwoch gesagt. PSA hatte bislang versichert, die Opel-Sanierung ohne Entlassungen oder Werkschließungen zu schaffen. Investitionszusagen gab es aber nur für Opel-Werke außerhalb Deutschlands.

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