07.01.2018 - 22:24 Uhr
Deutschland & Welt

Schon wieder Finanzierungslücke beim Pannenflughafen: BER fehlt eine Milliarde

2020 soll der neue Hauptstadtflughafen eröffnen. So haben es die Verantwortlichen im Dezember verkündet. Klar ist seitdem auch: Wegen der neuerlichen Verzögerung wird mehr Geld benötigt. Laut einem Bericht steht nun fest, wie groß die Summe ist.

Fluchtweg: Ein Schild weist am Terminal des Flughafens Berlin Brandenburg einen Ausweg. Bild: Bernd Settnik/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. Bis zu einer Milliarde Euro fehlt einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge für Ausbau und Inbetriebnahme des neuen Berliner Hauptstadtflughafens BER. Einen solchen Finanzbedarf aufgrund einer ersten Schätzung teilte die BER-Geschäftsführung demnach dem Aufsichtsrat vor Weihnachten mit.

Vonseiten der Gesellschafter wurde auf die Sitzung des Kontrollgremiums in einigen Wochen verwiesen: "Wir gehen davon aus, dass bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung im März sowohl der Finanzbedarf solide ermittelt sowie eine verlässliche Finanzplanung erarbeitet sein wird", sagte die Berliner Senatssprecherin Claudia Sünder der dpa am Sonntag.

Stunde der Geschäftsführung

Neben Berlin zählen auch das Land Brandenburg und der Bund zum Kreis der Gesellschafter. Während eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums den Bericht nicht kommentierte, teilte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) auf Anfrage mit: "Das einzige, was in der FBB (Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg) zu klappen scheint, ist die ständige Kreation immer neuer Bedarfe. Und dies offenbar ohne über ausreichend eigenes Geld zu verfügen." Es sei jetzt die Stunde der Geschäftsführung und nicht die des Staates und des Steuerzahlers. Schon im Dezember hatte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup angekündigt, durch die abermals verzögerte Eröffnung werde zusätzliches Geld gebraucht. Dem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge liegen allein die Kosten für den Baustellenbetrieb und die Einnahmeausfälle bei rund 25 Millionen Euro pro Monat, das seien rund 750 Millionen Euro bis zur geplanten Eröffnung im Oktober 2020. Zudem braucht der Flughafen laut "BamS" weitere Millionen für neue Aufträge zur Fertigstellung und zum beschleunigten Ausbau.

Maximal 400 Millionen Euro könne die Gesellschaft durch Kredite alleine stemmen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Gesellschafterkreise weiter. Wie der restliche Bedarf finanziert werden solle, darüber herrsche zwischen den Gesellschaftern Bund, Berlin und Brandenburg Uneinigkeit, heißt es in dem Bericht.

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