04.04.2017 - 18:20 Uhr
Deutschland & Welt

Schrittweise Einführung des neuen Fünfzigers Wichtigster Geldschein

Viele Verbraucher im Euroraum zahlen nach wie vor mit Bargeld. Mit überarbeiteten Banknoten soll Geldfälschern das Handwerk erschwert werden. Nach Fünfer, Zehner und Zwanziger ist nun der neue Fünfziger in Umlauf gekommen.

Rainer Elm, Leiter des Analysezentrums der Bundesbank, prüft mit der Lupe zwei 50-Euro-Noten. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Frankfurt/Main. Im Kampf gegen Geldfälscher haben Europas Währungshüter nachgelegt: Seit Dienstag bringen die Notenbanken den neuen 50-Euro-Schein in Umlauf. Dieser soll fälschungssicherer sein als sein Vorgänger. Nach Bundesbank-Zahlen entfielen auf ihn im vergangenen Jahr sechs von zehn Blüten (61 Prozent).

Vor allem ein Porträtfenster soll Kriminelle vor Probleme stellen: Dieses wird durchsichtig, wenn man den Schein gegen das Licht hält. Dann wird in ihm ein Bildnis der griechischen Mythengestalt Europa sichtbar, die Namensgeberin der zweiten Euro-Banknotenserie seit Einführung der gemeinsamen Währung ist. Der ebenfalls zur Europa-Serie gehörende neue Zwanziger, der im Herbst 2015 eingeführt wurde, hat dieses Sicherheitsmerkmal auch.

Neben dem Porträtfenster gibt es weitere verbesserte Sicherheitsmerkmale: Der aufgedruckte Wert "50" auf der linken unteren Seite wechselt beim Kippen des Scheins je nach Blickwinkel die Farbe - von Smaragdgrün zu Tiefblau.

Ansonsten ändert sich am Aussehen des Fünfzigers wenig. Farblich bleibt er orange-braun, die Motive sind die gleichen. 5,4 Milliarden Stück des neuen Scheins wollen Europas Notenbanken im ersten Schritt über Geldautomaten, Bankschalter und Ladenkassen in Umlauf bringen."Selbst im digitalen Zeitalter ist Bargeld nach wie vor unerlässlich für unsere Wirtschaft", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Er verwies auf erste Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der Notenbank. Danach erfolgen mehr als drei Viertel aller Zahlungen in Geschäften, Restaurants, Bars oder an Marktständen im Euroraum in bar. Gemessen am Transaktionswert machten Barzahlungen etwas mehr als die Hälfte aus. Der Fünfziger ist von der Stückzahl her der wichtigste Euro-Geldschein (46 Prozent der Noten).

Die Einführung der neuen Scheine erfolgt schrittweise, die alten werden nach und nach von den Notenbanken aus dem Verkehr gezogen. "Die 50-Euro-Banknoten der ersten Serie bleiben aber weiter gültig und können bei der Bundesbank oder anderen nationalen Zentralbanken des Eurosystems ohne zeitliche Begrenzung zum Nominalwert umgetauscht werden", sagte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele. Bis Ende 2018 sollen 100- und 200-Euro-Scheine neu aufgelegt, 500-Euro-Scheine dann aber nicht mehr ausgegeben werden. (Hintergrund)

Hintergrund

Der Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank prüft im Job jeden Tag Falschgeld - doch privat beim Einkaufen findet er keines. "Ich versuche seit Jahren, eine Fälschung im Zahlungsverkehr zu Gesicht zu bekommen - aber es gelingt mir nicht", sagte Rainer Elm. Auch seine Kollegen seien bislang bei der privaten Suche nach Scheinen ohne Wasserzeichen, Sicherheitsfaden und fühlbarem Relief erfolglos geblieben.

Im vergangenen Jahr fanden die Falschgeld-Jäger 82 500 gefälschte Scheine in Deutschland. Die Chancen, eine nachgemachte Note in die Hand zu bekommen, sind trotzdem sehr gering. Denn meistens handelt es sich um 50-Euro-Scheine, die von Betrügern im Einzelhandel ausgegeben werden. Die Ladenbesitzer geben das Geld am Abend an die Bank oder einen Geldtransporter - und dort fliegt der Schwindel auf. "Es gibt einen Bargeldkreislauf, aber keinen Falschgeldkreislauf", sagt Elm. Zahlt ein Ladeninhaber eine Blüte in gutem Glauben ein, bekommt er für sie kein Geld gutgeschrieben. (dpa)

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