"Smartphone auf vier Rädern"
Vodafone plant Auto der Zukunft

Hannes Ametsreiter, Vorstandvorsitzender von Vodafone Deutschland, in einem selbstfahrenden Auto. Bild: Valery Kloubert/Vodafone/dpa

Das Auto soll sich zu einem großen Smartphone auf vier Rädern wandeln. Vodafone will davon profitieren. Künftig werde jedes Auto mit einer SIM-Karte ausgestattet sein.

Berlin. Der Telekommunikations-Konzern Vodafone will sein Geschäft mit der Autoindustrie in den kommenden Jahren enorm ausbauen. "Autonomes Fahren und die Infrastruktur dafür haben eine große strategische Bedeutung für Vodafone, sagte Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter.

"Als Telekommunikationsunternehmen muss man überlegen, wie man bei der Digitalisierung vorne bleibt", sagte Ametsreiter. Vodafone stelle nicht nur SIM-Karten her, sondern ein großes Sicherheits- und Informationspaket für den Straßenverkehr von morgen. "Unser Ziel ist es, dass es in der Zukunft keine Toten mehr im Straßenverkehr gibt. Das ist mit vernetzten und autonomen Fahrzeugen möglich. Davon sind wir überzeugt." Für dieses Ziel wolle Vodafone eine breite Technologie zur Verfügung stellen. "Wenn das Auto sicherer wird und mehr Entertainment bietet, ist das eine gute Entwicklung, wir vernetzten die Autos."

Es gehe aber auch um Wetterdaten oder Diebstahlschutz "Wir haben weltweit bereits zehn Millionen SIM-Karten in Autos. Wir gehen davon aus, dass sich diese Zahl deutlich erhöhen wird. Ich bin davon überzeugt, dass künftig jedes Auto mit einer SIM-Karte ausgestattet sein wird", sagte Ametsreiter. Vodafone sei in diesem Bereich bereits Weltmarktführer.

Das Auto werde sich sehr wandeln. "Das Auto der Zukunft werden wir mit unserem Smartphone bestellen - immer dann wenn wir es benötigen. Und noch mehr: Das Auto wird zum Smartphone auf vier Rädern." Zur Frage, was mit den gesammelten Daten passiert, sagte Ametsreiter: "Die Digital-Branche muss dem Kunden seine Datenhoheit zurückgeben. Wir brauchen Übersicht und Transparenz."

Derweil will Sony die zuletzt schwächelnden Verkäufe seiner Smartphones als Vorreiter bei der Videoqualität ankurbeln. Auf dem Mobile-World-Congress in Barcelona stellte der japanische Elektronik-Konzern am Montag das neue Modell Xperia XZ2 vor, dass Videos in hoher 4K-Auflösung mit kontrastreicher HDR-Qualität aufnehmen kann. Sony will so von seiner Erfahrung bei Bildsensoren für Smartphones und in seinem Hollywood-Studio profitieren.

Auch Facebook hatte auf der Mobilfunk-Messe etwas anzukündigen: Das Online-Netzwerk kooperiert bei seiner Initiative, Milliarden neue Nutzer ins Internet zu bringen, stärker mit den Mobilfunk-Anbietern - als Technologie-Lieferant. In zwei Feldversuchen soll Facebooks "Terragraph"-Technologie für schnelle Datenübertragung in dicht besiedelten Stadtgebieten im Alltag ausprobiert werden. Einen davon führt die Deutsche Telekom in der ungarischen Hauptstadt Budapest durch.
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