09.10.2017 - 20:08 Uhr
Deutschland & Welt

Sozialplan für Mitarbeiter Air Berlin: Letzter Flug Ende Oktober

Bei Air Berlin gehen allmählich die Lichter aus. In knapp drei Wochen dürfte letztmals eine Maschine mit AB-Flugnummer unterwegs sein. Unklar ist, welche Flüge von neuen Eigentümern angeboten werden.

Maschinen der Fluggesellschaft Air Berlin stehen auf dem Flughafen in Berlin-Tegel. Für die Techniksparte der insolventen Air Berlin endet an diesem Freitag die Bieterfrist. Bild: Wolfgang Kumm/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin/Frankfurt. Air Berlin wird voraussichtlich ab Ende Oktober nicht mehr unter eigener Flugnummer fliegen. Der insolventen Fluggesellschaft sei ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr unter dem Airline-Code AB "nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich", heißt es in einem Brief der Unternehmensführung an die Mitarbeiter vom Montag. Der Flugverkehr der nicht insolventen Töchter Niki und LG Walter werde weitergeführt, schrieben Vorstandschef Thomas Winkelmann und der Generalbevollmächtigte im Insolvenzverfahren, Frank Kebekus. Das gilt nach Air-Berlin-Angaben auch für die 38 Maschinen, die inzwischen für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian fliegen.

Unklar ist, ob und welche Flüge ab 28. Oktober von den neuen Eigentümern übernommen werden. Eine Entscheidung darüber kann es erst nach Abschluss der Verkaufsverhandlungen geben. Die bisher zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Vorerst geht der Flugbetrieb weiter, weil der Bund mit einem Kredit eingesprungen ist. Klar ist allerdings, dass Tickets der Air Berlin für Flüge nach dem 28. Oktober bei den Nachfolgern nicht gültig sind. "Diese Tickets verfallen", erklärte ein Unternehmenssprecher. Sollten sie nach dem 15. August gekauft worden sein, können die Kunden auf eine Rückzahlung vom eigens für diese Fälle angelegten Treuhand-Konto rechnen. Tickets der Niki bleiben hingegen gültig.

Air Berlin verhandelt seit Wochen mit der Lufthansa-Gruppe und mit Easyjet über den Verkauf von Teilen der Air Berlin. Die Lufthansa will insgesamt 93 der noch 134 Flugzeuge übernehmen, Easyjet 27 bis 30. Bis zu diesem Donnerstag soll ein Abschluss erzielt werden. Am selben Tag ende die "vereinbarte Exklusivität für die Verhandlungen" mit diesen beiden Unternehmen, schreiben Winkelmann und Kebekus in ihrem Brief. Gibt es keine Einigung mit den beiden, könnten andere Interessenten wieder zum Zuge kommen.

Über einen Sozialplan für Air-Berlin-Mitarbeiter, die nicht sofort neue Arbeitsplätze bekommen, wurden am Montag erste vorbereitende Gespräche mit dem Betriebsrat geführt. Die Verhandlungen würden sicherlich einige Tage dauern, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Verdi strebt auch die Einrichtung einer Transfergesellschaft an. Dafür fehlen aber bislang Geldgeber.

Im Air-Berlin-Konzern gibt es zurzeit rund 6800 Vollzeitstellen, die sich auf etwa 8000 Mitarbeiter verteilen. 900 Stellen bei Niki und 400 Stellen bei LG Walter sind nicht direkt von der Insolvenz betroffen. Etwa 300 Air-Berlin-Mitarbeiter haben laut Unternehmen bereits anderswo eine Anstellung gefunden.

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