16.10.2017 - 21:34 Uhr
Deutschland & Welt

Stärkster Preisanstieg seit 26 Jahren Butter kostet 70 Prozent mehr als 2016

Wiesbaden/Düsseldorf. Frohe Botschaft für große und kleine Weihnachtsbäcker: Der steile Anstieg der Butterpreise von einer Rekordhöhe zur nächsten wird sich nach Ansicht von Marktbeobachtern nicht fortsetzen. Weil derzeit mehr Milch als vor einem Jahr zur Verfügung steht und die Verbraucher mit einer spürbaren Kaufzurückhaltung auf die Ladenpreise von knapp 2 Euro für das Butterstück der untersten Preislage reagiert haben, wird eher mit einer Entspannung als mit einem weiteren Preisanstieg gerechnet. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter befürchtet sinkende Preise bei Milchprodukten, was für die Landwirte ein herber Rückschlag wäre.

Der Preis für ein Päckchen Butter ist im Vergleich zum Preis im Jahr 2010 um 82,8 Prozent gestiegen.
von Agentur DPAProfil

Der Butterpreis ist im September so stark gestiegen wie seit rund 26 Jahren nicht mehr. Das Speisefett kostete gut 70 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der stärkste Anstieg in einem Einzelmonat seit 1991. Deutlich teurer wurden in Jahresfrist auch Molkereiprodukte mit plus 15 Prozent. Die stärksten Preisanstiege von jeweils etwa 30 Prozent gab es bei Sahne, Milch und Quark. Auch Käse und Joghurt kosteten mehr als ein Jahr zuvor. Die aktuellen Preiserhöhungen bei den Erzeugern würden offensichtlich an den Großhandel und letztlich an den Endverbraucher weitergegeben, erklärte die Wiesbadener Behörde.

Nach Informationen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter liegt die Milchmenge derzeit in Deutschland drei Prozent über dem Vorjahresstand. "Und wir steuern auf das Rekordniveau vom November 2015 zu", sagte Verbandssprecher Hans Foldenauer. Fallende Preise wären somit keine Überraschung. Derzeit laufen die Verhandlungen über neue Halbjahres-Lieferverträge zwischen den einzelnen Molkereien und den Lebensmittelhändlern. Es geht um Trinkmilch sowie eine Reihe von Milchprodukten.

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