Strompreise in Deutschland driften weiter auseinander
Ost-West-Gefälle

Der Ausbau der Netze in Deutschland schlägt sich immer stärker in regionalen Preisunterschieden beim Strom für Endkunden nieder. Bild: dpa

Heidelberg. Der Unterschied bei den Strompreisen für die Verbraucher in Ost- und Westdeutschland wird größer. Um rund 50 Prozent habe sich 2016 die Preisdifferenzen zwischen den Versorgungsgebieten erhöht, teilte das Internetportal Verivox am Mittwoch in Heidelberg mit. Eine drei- bis vierköpfige Familie bezahlt demnach in den Ost-Bundesländern bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im Schnitt jährlich 1149 Euro für Strom. Im Westen sind es nur 1104 Euro.

Am teuersten ist laut Verivox der Strom in Brandenburg, wo sich die Jahresrechnung für den Musterhaushalt auf 1180 Euro beläuft. In Bremen werden dagegen 1054 Euro fällig. Ein Jahr zuvor betrug diese Differenz nur 101 Euro, vor zwei Jahren 73 Euro. Ursache der Entwicklung sind vor allem die regional unterschiedlichen Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber. Ostdeutschland wird von 50Hertz versorgt und muss die Investitionen ins dortige Netz mitfinanzieren. Zudem sind die Netzkosten pro Kunde umso höher, je dünner ein Versorgungsgebiet besiedelt ist und je stärker der Betreiber regulierend in das Netz eingreifen muss.

Diese Kosten decken dabei nicht nur den Bau neuer Leitungen ab. Die Kunden zahlen letztlich auch für Eingriffe der Netzmanager wegen der starken Schwankungen der Wind- und Sonnenstrom-Produktion. Die Kosten dafür wachsen und liegen bei rund einer Milliarde Euro im Jahr.
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