28.08.2017 - 21:12 Uhr
Deutschland & Welt

Studie der staatlichen Förderbank KfW: Kleine Unternehmen kämpfen erfolgreich gegen Verlust von ... Stabile Azubi-Zahl im Mittelstand

Frankfurt/Berlin. Deutschlands Mittelständler stemmen sich erfolgreich gegen den Abwärtstrend bei den Ausbildungszahlen. Nach einer Studie der staatlichen Förderbank KfW bilden kleinere und mittlere Unternehmen seit 2012 jährlich etwa 1,2 Millionen Jugendliche aus. Die Zahl der Azubis in der deutschen Wirtschaft insgesamt sei im vergangenen Jahr dagegen auf das Rekordtief von 1,32 Millionen gesunken.

von Agentur DPAProfil

In den 3,76 Millionen mittelständischen Unternehmen bundesweit arbeiten der KfW zufolge etwa 90 Prozent aller Lehrlinge. Noch gelinge es dem Mittelstand, die Zahl konstant zu halten, doch es dürfe jährlich schwieriger werden. "Rückläufige Schülerzahlen und zunehmende Studierneigung sorgen dafür, dass vielerorts Ausbildungsplätze leer bleiben", erläuterte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Probleme hätten vor allem Unternehmen im ländlichen Raum. Die KfW zählt Firmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich zum Mittelstand.

Spitzenreiter sind den Angaben zufolge im Schnitt der Jahre 2012 bis 2016 Rheinland-Pfalz und das Saarland. Dort bildeten 18 Prozent der Mittelständler aus, gefolgt von Niedersachsen (einschließlich Bremen) mit 17 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 16 Prozent. Schlusslichter sind die ostdeutschen Flächenländer Sachsen, Thüringen (jeweils 10 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (11 Prozent) sowie die Stadtstaaten Berlin (10 Prozent) und Hamburg (11 Prozent). Grund für die Unterschiede ist der KfW zufolge die Mittelstandsstruktur der Länder. Die ausbildungsstarken Branchen Verarbeitendes Gewerbe, Bau und Handwerk gebe es in Großstädten seltener. Das erkläre die hintere Platzierung der Stadtstaaten. In Ostdeutschland gebe es dagegen mehr Kleinbetriebe. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) will im Kampf gegen den Fachkräftemangel Ausbildungsplätze attraktiver machen und hat ein staatliches Programm für Auslandsstipendien vorgeschlagen. Als Vorbild biete sich der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) an, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Er schlug vor, eine ähnliche Einrichtung namens Deutscher Beruflicher Austauschdienst (DBAD) zu gründen. Diese solle "in Anlehnung an die Grundidee des DAAD Stipendien für Auszubildende, Ausbilder oder Absolventen der höheren Berufsbildung vergeben".

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