23.02.2018 - 14:12 Uhr
Deutschland & Welt

Studie sagt Versorgungsengpässe voraus Sand könnte regional knapp werden

Hannover. Drohende Lieferengpässe für Sand könnten nach einer Studie das Bauen in Deutschland verteuern. "Deutschland ist reich an Sand", teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe der Deutschen Presse-Agentur mit. "Dennoch drohen gerade bei wichtigen Baurohstoffen auf dem heimischen Markt aktuell erhebliche Versorgungsengpässe."

In den rund 2000 Kiesgruben in Deutschland werden jährlich rund 100 Millionen Tonnen Sand gewonnen. Bild: Candy Welz/Arifoto Ug/dpa
von Agentur DPAProfil

Die Studie nennt dafür Gründe: Die meisten Sand-, Kies- und Natursteinvorkommen seien überbaut oder lägen unter Schutzgebieten. Wegen steigender Bodenpreise verkauften zudem immer weniger Bauern ihr Ackerland an Kieswerke. Genehmigungsverfahren zögen sich hin und der Baustoffindustrie fehlten Verarbeitungskapazitäten. Regional werde deshalb für 2018 mit Lieferengpässen gerechnet, etwa im Großraum Mannheim-Karlsruhe und dem Ruhrgebiet. Eine Tonne Bausand kostet in Berlin demnach 6 Euro, in München 15 Euro, weil es dort im Umland mehr Kies als Sand gibt. Als Sand wird Gestein mit einer Korngröße zwischen 0,063 und 2 Millimeter bezeichnet, darunter spricht man je nach Größe von Schluff und Ton, darüber von Kies oder Schotter.

Die deutsche Bauindustrie sieht auch für 2018 kein Ende des Aufschwungs. Um die prall gefüllten Auftragsbücher zeitnah abarbeiten zu können, planten viele Betriebe in den kommenden zwölf Monaten zusätzliches Personal und mehr Investitionen, erklärte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie am Freitag. Es spreche alles dafür, dass die zu Jahresbeginn aufgestellte Umsatzprognose von 4 Prozent Plus im laufenden Jahr übertroffen werde.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Branche 114 Milliarden Euro Umsatz. Das waren nominal 6,0 Prozent und preisbereinigt (real) 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In absoluten Zahlen war 2017 somit das beste Jahr seit 1995 mit damals umgerechnet 117 Milliarden Euro Umsatz. Der Bauboom bescherte der Branche 2017 das beste Neugeschäft seit 21 Jahren. Mit einem Plus von 6,6 Prozent zum Vorjahr und einem Volumen von 72,3 Milliarden Euro kletterten die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe nominal auf den gleichen Wert wie 1996, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Betriebe stockten nach Angaben ihres Verbandes im vergangenen Jahr den Personalbestand um 4 Prozent auf 812 000 Beschäftigte auf.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.