05.04.2018 - 20:46 Uhr
Deutschland & Welt

Studie vorgestellt: China investiert massiv in Ökostrom

Frankfurt. China wird immer mehr zum Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Im vergangenen Jahr entfielen rund 45 Prozent der globalen Investitionen in Ökostrom auf das bevölkerungsreichste Land der Welt. Insgesamt wurden weltweit rund 280 Milliarden Dollar in die Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen investiert, 2 Prozent mehr als 2016. Der Anteil der Erneuerbaren am weltweiten Energiemix stieg von 11 auf 12,1 Prozent. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, der Frankfurt School sowie Bloomberg New Energie Finance hervor.

Der Solarboom in China (im Bild eine Anlage in der Provinz Guizhou) treibt die erneuerbaren Energien an. Archivbild: Xinhua/dpa
von Agentur DPAProfil

Während die Ausgaben demnach in China um 31 Prozent auf knapp 127 Milliarden Dollar stiegen, sanken sie in anderen Weltregionen teilweise deutlich. In Europa gab es einen Rückgang von 36 Prozent auf knapp 41 Milliarden Dollar. In Deutschland wurden mit 10,4 Milliarden Dollar 35 Prozent weniger investiert als 2016. Der Rückgang in Deutschland sei zumindest teilweise Folge der umgestellten staatlichen Förderung.

"Auch wenn der Motor bei den Erneuerbaren in Deutschland und Europa etwas stottert: Der Strukturwandel ist weltweit in Fahrt", sagte Prof. Ulf Moslener, einer der Herausgeber der Studie. Das gilt der Untersuchung zufolge vor allem für die Solarenergie, die in China einen Investitionsboom erlebte. Mit 53 Gigawatt wurden dort 2017 mehr Solarkapazitäten in Betrieb genommen als im gesamten Rest der Welt. Trotz der positiven Entwicklung sei der Weg in eine klimaneutrale Wirtschaft noch weit, betonen die Autoren der Studie. Mit dem pro Jahr aus erneuerbaren Energieträgern erzeugten Strom würden etwa 1,8 Gigatonnen Kohlendioxid vermieden - das entspreche ungefähr den gesamten Emissionen des Transportsystems in den USA.

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