Tarifvertrag bei Uniper
Gehaltskürzung

Mit Uniper hatte Eon 2016 unter dem Druck der Energiewende sein Geschäft mit Großkraftwerken sowie den Energiehandel abgespalten und im September an die Börse gebracht. Archivbild: Rolf Vennenbernd/dpa

Essen. Der Kraftwerksbetreiber Uniper verzichtet in Deutschland bis Ende 2022 auf betriebsbedingte Kündigungen für die Mehrzahl der Beschäftigten und spart im Gegenzug bei den Gehältern. Auf einen entsprechenden Tarifvertrag hätten sich Vertreter der Gewerkschaften IG BCE und Verdi sowie das Unternehmen geeinigt, teilte Uniper am Montag mit. "Das ist ein weiterer Schritt, um das Unternehmen wettbewerbsfähig zu machen und damit auch langfristig Arbeitsplätze zu sichern", sagte Uniper-Vorstandschef Klaus Schäfer.

Uniper beschäftigt weltweit rund 13 000 Mitarbeiter, davon 5000 in Deutschland. Wegen der gesunkenen Börsenstrompreise hatte die Eon-Abspaltung ein Sparprogramm mit einem Volumen von 400 Millionen Euro und den Abbau von jeder vierten Stelle in der Verwaltung angekündigt. Dabei standen nach nicht bestätigten Berichten zunächst 500 Stellen und zahlreiche tarifliche Leistungen zur Disposition. Nun gebe es Sicherheit für die Beschäftigten und die Streichliste sei weitgehend verhindert, erklärte IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden. Allerdings fallen nicht alle Beschäftigten unter die Schutzzusagen, etwa außertariflich Beschäftigte.

Im Einzelnen sieht der Tarifvertrag eine Nullrunde für 2018 und den Wegfall der sogenannten Leistungsvergütung von monatlich 5 Prozent des Gehalts vor. Im Gegenzug gibt es 2018 eine Einmalzahlung von 1000 Euro und 50 Euro monatlich mehr ab 2019. Dadurch werde der Wegfall der Zulage "teilkompensiert", erklärte die IG BCE. IG-BCE- und Verdi-Mitglieder erhalten zudem eine jährliche Sonderzahlung von 400 Euro.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.