10.08.2017 - 20:10 Uhr
Deutschland & Welt

ThyssenKrupp und Tata verhandeln: Spröde Stahlgiganten

Kommt es bald zur Stahlfusion von Tata und ThyssenKrupp? Der Vorstand des Essener Konzerns scheint entschlossen, den Befreiungsschlag zu wagen. Doch die Materie ist kompliziert, vor allem eine Frage muss gelöst werden.

Das Logo von Thyssenkrupp. Bild: Patrick Seeger/dpa
von Agentur DPAProfil

Essen. Die Zukunft der Stahl-sparte bei ThyssenKrupp hängt weiter in der Luft. Die Verhandlungen über eine mögliche Zusammenlegung des Bereichs mit der indischen Tata Steel dauerten an, sagte Finanzvorstand Guido Kerkhoff. Wann die Gespräche zum Abschluss kommen könnten, wollte Kerkhoff nicht sagen. Von einer Fusion wären 27 000 Beschäftigte betroffen, davon allein 20 000 in Nordrhein-Westfalen. Tata Steel und ThyssenKrupp sprechen bereits seit vergangenem Jahr über eine Zusammenführung ihrer europäischen Stahlgeschäfte. Zuvor hatten sich die Essener bereits von dem verlustreichen Geschäft in Brasilien und den USA getrennt. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will den Konzern stärker auf seine Geschäfte rund um Aufzüge und Industrieanlagen konzentrieren und zu einem Technologiekonzern ausbauen. Die Gewerkschaft kritisiert die Pläne zur Fusion der europäischen Stahlgeschäfte massiv. Ein Zusammenschluss werde die Probleme der unter Überkapazitäten leidenden Branche nicht beseitigen. Die 27 000 Beschäftigten bei ThyssenKrupp bangen um ihre Jobs. Neben Tata sucht ThyssenKrupp Kerkhoff zufolge auch mit anderen Partnern nach Lösungen. Als Knackpunkt gelten offenbar die enormen Pensionsverpflichtungen für die Stahlkocher.

Hiesinger hatte zuvor eine tragfähige Lösung für die Pensionsverpflichtungen von Tata in Großbritannien als Voraussetzung für einen Zusammenschluss gefordert. Unterdessen kommt die Stahlbranche besser in Schwung. Der Umsatz von ThyssenKrupp erhöhte sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 um 11 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Wegen hoher Abschreibungen auf das inzwischen verkaufte brasilianische Stahlwerk stand im Neun-Monats-Zeitraum aber ein Verlust von gut 750 Millionen Euro. Auch im Gesamtjahr soll das Ergebnis unter dem Strich deutlich negativ bleiben.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.